Skepsis gegenüber Klinsmann
Netzer: Revolution im DFB fand nicht statt

Günter Netzer hielt die Ernennung Jürgen Klinsmanns zum Fußball-Bundestrainer noch nie für die beste Lösung. Dennoch forderte er jegliche Unterstützung für den Ex-Profi ein.

HB BERLIN. Günter Netzer hat seine Vorbehalte gegenüber dem neuen Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann erneuert. Der frühere Nationalspieler und ARD-Experte forderte im Interview mit dem Berliner «Tagesspiegel» aber auch, Klinsmann und sein Team auf dem Weg zur WM 2006 zu unterstützen.

«Ich hoffe, dass ich mich mit meiner Skepsis täusche», sagte Netzer. Er hätte an Stelle Klinsmanns «einen erfahrenen Mann bevorzugt. Aber so einer war zu diesem Zeitpunkt kaum zu haben, weil Trainer, die etwas können und auf sich halten und nicht bewusst pausieren, im Juli unter Vertrag stehen. Außerdem vergesse ich meine Vorbehalte sofort wieder: Man muss die drei stützen.»

Eine Revolution habe im DFB «nicht stattgefunden», sagte Netzer. «Klinsmann und sein Team sind zwar angetreten mit den Parolen, den DFB auf den Kopf zu stellen. Aber da sind doch auch Köpfe drin, die nicht die schlechtesten sind.»

Den Kapitänswechsel in der Nationalmannschaft nannte Netzer nachvollziehbar: «Der Kapitänswechsel war notwendig. Kein Trainer der Welt sieht einen Torwart gern als Kapitän. Der Kapitän muss im Feld spielen, dort kann er die Stimmungen aller Mannschaftsteile aufspüren und notfalls reagieren.»

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