Skepsis gegenüber staatlicher Hilfe für notleidende Bank
Führungskräfte erwarten Banken-Zusammenbruch

Fast jeder zweite deutsche Top-Manager rechnet damit, dass in Deutschland bald eine größere Bank in eine existenzbedrohende Schieflage gerät.

HB DÜSSELDORF. Dies ist das Ergebnis der März-Erhebung des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage unter 850 Führungskräften des Landes, berichtet das Handelsblatt in seiner Donnerstagausgabe. Gut jeder zehnte Befragte hält es für "sehr wahrscheinlich", dass eine deutsche Großbank in absehbarer Zeit vor dem Kollaps steht, weitere 36% sehen dies als "eher wahrscheinlich" an. 53% halten einen solchen Fall für völlig oder eher unwahrscheinlich.

Aber selbst in einem solchen Fall sehen nur sehr wenige deutsche Führungskräfte die Stabilität des Banken- und Finanzsystems an sich gefährdet. Die ganz große Mehrheit der Befragten hat großes Vertrauen in den Bankensektor, zeigt der Handelsblatt Business Monitor: Rund zwei Drittel halten das Banken- und Finanzsystem für stabil. Für 28% sind dagegen kleinere Bedenken gerechtfertigt. In ihren Augen ist das Finanzgewerbe möglicherweise gefährdet und "eher labil". Nur 3% hält das Bankensystem für "sehr labil".

Falls es eine große deutsche Bank tatsächlich in eine existenzbedrohende Schieflage geraten sollte, lehnt die große Mehrheit der Top-Manager staatliche Hilfe für notleidende Geldhäuser ab. 88% sprechen sich gegen den von Bankern ins Gespräch gebrachten Vorschlag zur Gründung einer staatlich garantierten Auffanggesellschaft für faule Kredite aus. Nur 9% würden die Gründung einer solchen "Bad Bank" begrüßen. Weitere 3% halten die Zeit für eine solche Maßnahme noch nicht für gekommen. Die Lage der deutschen Kreditwirtschaft sei noch nicht dramatisch genug, als dass derartige staatliche Hilfen in Betracht gezogen werden sollten.



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