Skepsis kehrt zurück
Europäische Börsen schließen nach Zins-Euphorie wieder schwächer

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag nicht an die von der Zinssenkung der US-Notenbank inspirierten Kurssprünge vom Mittwoch angeknüpft und überwiegend in der Verlustzone geschlossen. Die Märkte hätten am Mittwochnachmittag genügend Zeit gehabt, auf die US-Zinssenkung zu reagieren, sagte ein Londoner Marktteilnehmer.

rtr. Ein belgischer Händler sagte: "Die anfängliche Euphorie ist vorbei." Der Markt sorge sich weiter um eine Abschwächung der Konjunktur. Die Kursrückgänge am Donnerstag wurden von Börsianern zudem mit Gewinnmitnahmen begründet.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis zum frühen Abend um 0,3 Prozent auf 4213 Zähler. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab 0,5 Prozent auf 4418 Punkte nach. Die Aktienmärkte in den USA notierten zur selben Zeit uneinheitlich. Während der technologielastige Nasdaq-Index an seine Aufwärtsbewegung vom Vortag anknüpfen konnte und um 2,4 Prozent auf 2129 Zähler stieg, notierte der Industriewerte-Index Dow Jones unverändert zu seinem Vortagesschluss bei 10.615 Punkten.

LONDON - Beendet Handel mit Verlusten

An der Londoner Börse ist der FTSE-100-Index um 0,32 Prozent auf 5871 Punkte gefallen. Händlern zufolge belasteten Bedenken über eine Abschwächung der Konjunktur sowie eine Gewinnwarnung der Computerfirma CMG den Gesamtmarkt, nachdem der Markt am Vortag starke Zuwächse hatte verzeichnen können. CMG stürzten um mehr als 18 Prozent, nachdem das britisch-niederländische Unternehmen eine Gewinnwarnung für seine Telekom-Sparte ausgegeben hatte. Im Sog dieser Nachricht verloren auch die Aktien von Logica, die um knapp sechs Prozent nachgaben. Pharmatitel litten Händlern zufolge auf Grund von Umschichtungen aus den weniger schwankungsanfälligen Sektoren. GlaxoSmithKline fielen um 3,8 Prozent.

ZÜRICH - Schließt schwächer

Die Züricher Börse hat belastet von defenisven Marktschwergewichten den Handelstag mit Verlusten beendet. Bei weniger schwankungsanfälligen Werten würden Gewinne realisiert und in den Technologiebereich umgeschichtet, sagten Händler. Der SMI-Index schloss 0,71 Prozent schwächer bei 7286 Punkten. Novartis verloren, nachdem der Pharmakonzern seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Die Titel schlossen 1,4 Prozent schwächer bei 2751 sfr. Nestle fielen um 3,8 Prozent auf 3496 sfr. Die Aktien der beiden Großbanken UBS und CS Group konnten hingegen zulegen. UBS gewannen 1,2 Prozent auf 265 sfr, CS Group legten um knapp ein Prozent zu.

PARIS - Pharma- und Technologieaktien belasten

In Paris schlossen die Aktienwerte in der Verlustzone. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen bei Pharma- und Technologietiteln zurück. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen schloss um 0,45 Prozent schwächer bei 5480 Zählern. Die Aktien von STMicroelectronics gaben um mehr als fünf Prozent ab. Händler führten den Trend auf eine Mitteilung des französisch-italienischen Halbleiterherstellers zurück, wonach der Halbleitermarkt in diesem Jahr um zehn bis 15 Prozent schrumpfen werde, nachdem er im Vorjahr um 36 Prozent gewachsen sei. Die Titel der Pharmagruppe Sanofi-Synthelabo fielen mehr als zwei Prozent auf 61,80 Euro, nachdem der Ölkonzern TotalFinaElf Anteile an Sanofi-Synthelabo verkauft hatte. Die Papiere des IT-Beratungsfirma Cap Gemini konnten dagegen von den besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen des Softwarekonzerns SAP profitieren. Die Papiere stiegen um rund sieben Prozent auf 147 Euro.

MAILAND - Leichter mit Zuwächsen bei Fiat

Die Mailänder Aktienwerte schlossen im europäischen Trend schwächer. Der MIB30-Index fiel um 0,57 Prozent auf 40.561 Zähler. Gegen den Trend stiegen die Papiere des Autokonzerns Fiat um mehr als drei Prozent, nachdem das Unternehmen für das Jahr 2001 einen operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro prognostiziert hatte.

MADRID - Nahezu unverändert - Telefonica steigen

An der Börse in Madrid gingen die Aktienwerte kaum verändert zu ihrem Vortagesschluss aus der Sitzung. Der Ibex-Index schloss bei 9798 Punkten. Die Aktie des Indexschwergewichts Telefonica legten um 1,3 Prozent auf 20,10 Euro zu. Die Papiere der Kabelfernsehfirma Sogecable legten um mehr als sechs Prozent auf 24,90 Euro zu, nachdem das Unternehmen für das Jahr 2001 erstmals einen Gewinn angekündigt hatte. Zu den Verlieren gehörten die Versorgerwerte. Union Fenosa verloren 2,1 Prozent, Endesa gaben knapp ein Prozent ab, und Iberdrola verbilligten sich um 1,1 Prozent.

AMSTERDAM - Schwächer mit starken Verlusten bei CMG

Die Amsterdamer Börse schlossen die Aktienwerte mit Verlusten. Der AEX-Index ging mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 579,43 Zählern aus dem Handel. Nach einer Gewinnwarnung fielen die Aktien der britisch-niederländischen Computerfirma CMG um mehr als 17 Prozent auf 6,15 Euro. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es werde eine "deutliche Herausforderung", in diesem Jahr mit seinen Telekom-Produkten Gewinn zu machen.

WIEN - Schwächer mit Abschlägen bei Austrian Airlines

An der Wiener Börse schloss der ATX-Index mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 1201 Punkten. Die Aktien der Austrian Airlines konnten die am Vortag nach der Bekanntgabe der Zahlen für 2000 erzielten Gewinne nicht halten und gaben deutlich nach. Das Papier fiel um mehr als vier Prozent auf 13,40 Euro. "Da dürfte ein größerer Investor heute genaues Studium der Zahlen betrieben haben", sagte ein Händler. Die Fluggesellschaft hatte für 2000 ein positives Ergebnis ausgewiesen. Analysten hatten jedoch bereits am Mittwoch gesagt, dass Flugzeugverkäufe die Bilanz verschönert hätten.

BRÜSSEL - Schließt leichter

In Brüssel ging der Bel20-Index mit einem leichten Verlust aus dem Handel. Das Börsenbarometer schloss 0,25 Prozent schwächer bei 2868 Zählern. Indexschwergewicht Fortis fiel um mehr als ein Prozent auf 29,01 Euro. "Die Investoren warten ab, was die Europäische Zentralbank auf ihrer nächsten Sitzung macht", sagte ein Händler, nachdem die US-Notenbank die Leitzinsen am Vortag gesenkt hatte.

STOCKHOLM - Freundlich mit Plus bei Ericsson

Gegen den europäischen Trend präsentierte sich die Stockholmer Börse freundlich. Der OMX-Index lag 2,4 Prozent im Plus bei 921 Punkten. Papiere des Indexschwergewichts Ericsson standen im Mittelpunkt, nachdem bekannt geworden war, dass der schwedischen Mobilfunkhersteller mit dem japanischen Elektronikkonzern Sony über ein Joint Venture zur Handyproduktion verhandelt. Ericsson legten 5,5 schwedische Kronen auf 69 schwedische Kronen zu. Nokia stiegen im Vorfeld der Bekanntgabe von Bilanzdaten am Freitag um mehr als zwei Prozent.

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