Ski-WM in St. Moritz: Bode Miller Superstar

Ski-WM in St. Moritz
Bode Miller Superstar

Bode Miller ist der Superstar der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz. Der 25-jährige US-Amerikaner gewann nach Kombinations-Gold und Silber im Super-G auch den Titel im Riesenslalom. Miller lag am Mittwoch in 2:45,93 Minuten ganze 3/100 Sekunden vor dem Österreicher Hans Knauss.

HB/dpa ST. MORITZ. Der Schladminger hatte nach dem ersten Lauf noch geführt und wurde wieder einmal bei einen Großereignis knapp geschlagen. 4/100 Sekunden zurück wurde Millers Landsmann Erik Schlopy Dritter. Die beiden deutschen Nachwuchsfahrer Christian Wanninger und Felix Neureuther wurden 34. und 35., Andreas Ertl schied aus.

"Zwei Amerikaner auf dem Podium, das ist unglaublich", sagte Miller, der wie bereits in der WM-Kombination von Rang vier ganz nach vorne fuhr. Noch eindrucksvoller war die Leistung seines Wohnungs- Genossen Schlopy, der sich vor 27 000 Zuschauern im zweiten Lauf vom 23. auf den dritten Platz verbesserte. "Das war der Lauf meines Lebens", strahlte Schlopy. Knauss, dem das Hundertstel-Pech wieder einmal treu blieb, haderte nicht mit seinem Schicksal. "Ich habe Glück gehabt und bin froh, noch Silber gewonnen zu haben", sagte der 31-Jährige.

Die deutschen Nachwuchsfahrer sollten bei ihrer ersten WM Erfahrungen sammeln und mussten erwartungsgemäß noch einiges Lehrgeld bezahlen. Christian Wanninger (Reichertshofen) wurde mit 7,56 Sekunden Rückstand auf Miller 34., Felix Neureuther (Partenkirchen) fuhr als 35. ins Ziel. Routinier Andreas Ertl (Lenggries), der sich nach guten Weltcup-Resultaten eine Platzierung unter den besten zehn zum Ziel gesetzt hatte, schied nach mehreren Fahrfehlern bereits im ersten Durchgang aus.

Olympiasieger Stephan Eberharter (Österreich) auf Platz 23 und Titelverteidiger Michael von Grünigen (Schweiz) als Siebter konnten in ihrem letzten WM-Rennen nicht mehr in die Entscheidung eingreifen. Beide fielen nach guten ersten Lauf wie viele andere Favoriten im Final-Durchgang noch zurück. "Ich bin schon enttäuscht. Ich wollte eine Medaille", sagte von Grünigen, der nach dieser Saison seine Karriere beenden wird. Nach sieben von zehn WM-Rennen konnte noch kein Weltmeister von 2001 seinen Titel in St. Moritz verteidigen.

Felix Neureuther war bereits nach dem ersten Durchgang nicht zufrieden. "Das waren so viele Fehler, das kann man gar nicht zählen. Das war nicht Ski fahren, das war ein Ski-Krampf", meinte der 18-Jährige Sohn der deutschen Ski-Legenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther selbstkritisch. "Es wäre wesentlich mehr drin gewesen. Ich wollte schon unter die besten 30." Immerhin war Felix erfolgreicher als Papa Christian. Der heutige ARD-Experte war 1974 in St. Moritz als Mitfavorit im Slalom ausgeschieden.

Begeistert zeigte sich Felix Neureuther von den 27 000 Zuschauern: "Die Kulisse ist echt ein Hammer. Das war eine Riesen-Erfahrung zu sehen, wie weit man von den Besten weg ist." Der Schüler war wie auch Wanninger trotz fehlender sportlicher Qualifikation genau aus diesem Grund für die WM nominiert worden.

Mit 127 Fahrern ging ein Mammutfeld im Riesenslalom an den Start, darunter Ski-Exoten aus Algerien, Libanon oder dem Senegal. Um die Piste für den Finallauf rechtzeitig präparieren zu können, musste der erste Durchgang um eine halbe Stunde vorverlegt werden. "Bei 127 Athleten sind wir sicherlich an der Grenze, um ein Rennen gescheit durchzubringen", sagte FIS-Renndirektor Günter Hujara.

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