Skilanglauf: Damen-Staffel
Deutsche Damen setzen goldenen Glanzpunkt

Das deutsche Damen-Quartett hat bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City sensationell Gold in der 4 x 5-km-Staffel erkämpft. Manuela Henkel aus Oberhof, Viola Bauer und Claudia Künzel aus Oberwiesenthal sowie Evi Sachenbacher aus Reit im Winkl setzten sich gegen den Favoriten Norwegen und die Schweiz durch und errangen den ersten deutschen Langlauf-Sieg bei olympischen Winterspielen seit 22 Jahren.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Mit einem grandiosen Finish lief Evi Sachenbacher das deutsche Quartett über 4 x 5 km zu Gold und wurde im Ziel von ihren ebenfalls über sich hinaus wachsenden Kolleginnen Manuela Henkel, Viola Bauer und Claudia Künzel vor Freude fast erdrückt.

Nach einem dramatischen Rennen lag das DSV-Quartett 1,3 Sekunden vor Norwegen. Bronze ging an die Schweiz. Damit verdrängte Deutschland die Norweger wieder von der Spitze der Medaillenwertung. Das russische Quartett wurde wegen eines erhöhten Blutwertes bei Larissa Lazutina vor dem Start aus dem Rennen genommen.

"Das ist gigantisch, was hier abgegangen ist", jubelte Bundestrainer Jürgen Wolf. Am 21. Februar 1980 hatte die Damen- Staffel der DDR in Lake Placid den letzten deutschen Langlauf- Olympiasieg erkämpft. Deren damalige Schlussläuferin Barbara Petzold war erste Gratulantin.

"Ich weiß nicht, wie das gegangen ist. Mit vier Medaillen hatte ich nicht gerechnet, schon gar nicht in diesen Farben", staunte Langlauf-Koordinator Jochen Behle, der zuvor schon Bronze in der Herren-Staffel und Sprint-Silber für Evi Sachenbacher und Peter Schlickenrieder hatte bejubeln können. Auch die Akteure waren fassungslos. "Wir sind Olympiasieger. Ich kann das noch gar nicht glauben", sagte Manuela Henkel, deren mit zwei Biathlon-Goldmedaillen dekorierte Schwester Andrea Tränen der Freude vergoss. "Es ist einfach gigantisch. Ich habe gewusst, dass heute alles drin ist", freute sich Viola Bauer.

Wenige Minuten vor dem Start musste Top-Favorit Russland seine Gold-Hoffnungen begraben, als Larissa Lazutina wegen eines erhöhten Blut-Wertes aus dem Rennen genommen wurde. Bei der obligatorischen Kontrolle durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) war die 36-Jährige mit einem Hämoglobinwert von 16,5 getestet worden, der erlaubte Grenzwert beträgt 16,0. Die fünfmalige Olympiasiegerin wurde daraufhin mit einer automatischen Schutzsperre von 14 Tagen belegt.

"Je mehr Kontrollen durchgeführt werden, desto besser für uns", hatte Behle schon im Vorfeld erklärt. Er reagierte sofort auf das fünf Minuten vor dem Start bekannt gegebene Aus für den Favoriten und änderte die Taktik seines Quartetts. Da die Regeln so kurz vor dem Start keine Nachnominierung einer Ersatzläuferin erlauben, mussten die auf den Einzelstrecken bereits mit zwei Mal Gold dekorierten Russinen tatenlos zuschauen, wie die Medaillen verteilt wurden. "Eigentlich wollten wir die Russinnen laufen lassen. Dann aber habe ich der Manuela gesagt, bleibe dran", erläuterte Behle.

Und die deutsche Staffel war von Beginn an im Bilde. Startläuferin Manuela Henkel wechselte nach einer tollen Vorstellung sogar als Erste. "Ich hatte einen super Ski. Wo die anderen arbeiten mussten, konnte ich mitfahren", lobte die 27-jährige Oberhoferin, "wenn man vorne läuft, wachsen einem Flügel. Da merkt man gar nicht, wenn die Beine schwer werden." Zum ersten Mal überhaupt ging Viola Bauer als Spitzenreiterin in die Loipe. "Das beflügelt ungemein", schilderte die Oberwiesenthalerin, die wie erwartet Norwegens Olympiasiegerin Bente Skari knapp vorbeiziehen lassen musste. "Ich hatte mit ihr gerechnet", meinte die Olympia-Fünfte im Jagdrennen.

Auf der dritten Schleife konnte Claudia Künzel zwar nicht ganz mit der Norwegerin Hilde Pedersen Schritt, den Rückstand mit 9,4 Sekunden aber in Grenzen halten. "Ich bin froh, dass ich gut durchgekommen bin", meinte die Olympia-Vierte im Sprint. Im Duell der Sprinterinnen hatte dann aber Evi Sachenbacher gegen Anita Moen das bessere Ende für sich. "Ich habe schon zwei Kilometer vor dem Ziel überlegt, wie ich es am besten mache. Ich habe richtig taktiert", jubelte die 21- jährige Bayerin nach ihrem zweiten Medaillengewinn.

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