Skispringen von der großen Schanze
Überflieger Hannawald stürzt ab

Spannendes Skispringen in Salt Lake City. Mit neuem Rekord gewinnt Simon Ammann den Wettbewerb von der großen Schanze. Sven Hannawald, der nach dem ersten Durchgang noch führte, griff nach seinem zweiten Sprung in den Schnee und erreichte nur den undankbaren vierten Platz. Silber und Bronze gingen an Adam Malysz und Matti Hautamäki.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Alles riskiert, alles verloren: Beim Griff nach Gold ist Sven Hannawald gestrauchelt und als Vierter leer ausgegangen. In einem an Dramatik nicht zu überbietenden Wettbewerb auf der Großschanze griff der Hinterzartener nach seinem letzten Sprung in den Schnee und verlor die sicher geglaubte zweite Medaille bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City.

Als zweiter Springer in der Geschichte nach dem Finnen Matti Nykänen 1988 schaffte Simon Ammann am Mittwoch das Gold-Double. Drei Tage nach seinem Olympiasieg auf der Normalschanze triumphierte der 20-jährige Schweizer mit 281,4 Punkten für Sprünge von 132,5 und 133 m klar vor dem Polen Adam Malysz (269,7) und dem Finnen Matti Hautamäki (256,0).

Bundestrainer Reinhard Heß stand das Entsetzten ins Gesicht geschrieben, Co-Trainer Wolfgang Steiert vergrub das Gesicht in seinen Händen als Hannawald bei seinem Finalsprung auf 131 m ins Straucheln kam und in den Schnee greifen musste. Die Punktrichter zogen dem Vierschanzentourneesieger aus Hinterzarten im Schnitt sieben Zähler ab. 0,7 Punkte fehlten dem 27-Jährigen am Ende zu Bronze.

Martin Schmitt aus Furtwangen als 10. (240,0 Punkte), der Oberhofer Stephan Hocke als 12. (236,9) und Michael Uhrmann aus Rastbüchl als 16. (232,4) komplettierten das dennoch hervorragende Abschneiden der DSV-Springer.

Nach der knappen Entscheidung auf der Normalschanze, als sich Ammann mit 1,5 Punkten vor Hannawald durchgesetzt hatte, wurde die Spannung auf dem großen Bakken fast ins Unermessliche hoch getrieben. Der von seinem Olympiasieg sichtlich beflügelte Ammann ließ keinerlei Nervosität erkennen und schockte die Konkurrenz im ersten Durchgang mit der Einstellung des vom Österreicher Wolfgang Loitzl gehaltenen Schanzenrekordes von 132,5 m. Während die folgenden type="unknownISIN" value="Axel Springer Verlag AG AS">Springer nicht an diese Weite heran kamen, konterte Hannawald als vorletzter Starter im Stile eines Champions.

Obwohl die Jury den Wettkampf wegen schlechter Windbedingungen vor den Top 3 unterbrach, erzielte der Hinterzartener exakt die gleiche Weite und die gleiche Punktzahl (140,5) wie Ammann. "Das war eine richtig gute Bombe. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Spannender kann es nicht sein", sagte der 27-Jährige, der seinen super Satz im Auslauf ausgelassen bejubelte.

Im Finale legte der kleine Schweizer dann noch einen drauf und steigerte den Schanzenrekord auf 133 m. Der Jubel der Zuschauer drang bis zu Sven Hannawald auf den Schanzenturm. Der direkt danach springende Hinterzartener riskierte alles, stand am Ende aber mit leeren Händen da.

Bei der Jagd nach Gold muss er nun ganz auf die Team-Konkurrenz setzen. Die Hoffnungen wurden durch den ordentlichen Auftritt der anderen DSV-Springer genährt. Martin Schmitt konnte mit Weiten von 126 und 119,5 m zwar erneut nicht in den Medaillenkampf eingreifen, war aber dennoch zufrieden. "Ich habe Probleme und kann daher nicht so viel erwarten. Es war eine Steigerung erkennbar, ist aber noch nicht perfekt", erklärte der viermalige Weltmeister. Schmitt hatte in den vergangenen Tagen wegen seiner chronischen Knie-Schmerzen nicht trainieren können. "Ihm fehlt der Druck beim Absprung", analysierte Heß.
Stephan Hocke zeigte bei seinem Olympia-Debüt eine gute Leistung. Mit Sprüngen auf 125 und 120,5 m empfahl er sich genauso für einen Einsatz in der Mannschaft wie Michael Uhrmann, der auf 124 und 119 m kam.

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