Skurriler Herrscher
Nijasow lebenslang Präsident Turkmeniens

Turkmeniens Staatspräsident Saparmurad Nijasow (62) hat sich auf Lebenszeit als Herrscher über das zentralasiatische Land bestätigen lassen.

dpa/HB TURKMENABAD. Dafür stimmten die 2000 Delegierten des turkmenischen Volksrates am Donnerstag in der Stadt Turkmenabad, wie die Agentur Itar-Tass berichtete.

Er wolle in seiner Lebenszeit alle sozialen Probleme seines Volkes lösen, kündigte der autoritär regierende Nijasow an, der zu Sowjetzeiten Parteichef in dem öl- und gasreichen Turkmenien war. "Deshalb habe ich angeordnet, dass die wichtigsten Dinge kostenlos sind: Gas, Strom, Mehl, Salz", erklärte er. "Wir sind auf dem richtigen Weg, und alles ist gut." Der "Turkmenbaschi" (Vater aller Turkmenen) gilt als skurrilster Staatschef auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, der sein Land von russischen wie auch islamistischen Einflüssen freizuhalten sucht. Auf Vorschlag Nijasows führte der Volksrat neue Tages- und Monatsnamen ein. Der Januar solle künftig "Turkmenbaschi" heißen, der April als "Gurbansoltan-edsche" an die Präsidentenmutter erinnern.

Nijasow hatte erst vor wenigen Tagen den Kult um seine Person erweitert mit der Veröffentlichung seines ersten Gedichtbandes als Pflichtlektüre für die 4,5 Millionen Menschen in seinem Land. Im Sommer bewilligte der Präsident seinen Ministern und Beamten nach erfolgreicher Getreideernte einen zweiwöchigen Jahresurlaub.

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