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Slalomfahrt geht weiter

Gekonntes Umkurven der Freitagsschlusstände: Dow Jones-Index und Nasdaq Composite wollen sich einfach nicht für eine aussagekräftige Richtung entscheiden. Gewinnwarnungen auf der einen, beflügelnde Notenbankkommentare auf der anderen Seite bringen die Marktteilnehmer in Entscheidungsnöte.

Einer Slalomfahrt gleich tänzeln die Kursbarometer zur Mittagsstunde um die Schlussstände des vergangenen Handelstages. Fed-Chef Alan Greenspan hat abermals bekräftigt, dass das Thema Inflation derzeit keines ist. Es gebe kaum Anzeichen für Preisauftrieb, zumal die Unternehmen bei der jetzigen flauen Nachfrage Preise nicht an die Kunden weiter geben könnten. Lohndruck und steigende Energiepreise führen somit nicht zu höheren Preisen. Dies bedeutet auch, dass die Notenbank weitere Spielräume haben könnte, den Leitzins auf der nächsten Sitzung Ende des Monats abermals zu senken. Dies hat sie allerdings in diesem Jahr schon fünfmal gemacht. Sehr deutlich ist der Leitzins in den vergangenen Monaten somit gedrückt worden.

Während einige Investoren davon ausgehen, dass in den Aktien die meisten der negativen Unternehmensnachrichten schon enthalten sind, sehen andere noch weitere Schlechtwetterturbulenzen mit Beginn der Gewinnwarnungssaison aufziehen. In Kürze werden Firmen wieder beginnen, eine vorläufige Bilanz des zweiten Quartals zu ziehen und ihre Umsatz- und Gewinnziele nach oben oder unten zu korrigieren.

Mit Cypress Semiconductor hat ein weiterer Chipproduzent eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Hinzu kommen die Zahlen des Branchenverbandes für die Halbleiterindustrie. Demnach sind die weltweiten Verkäufe im April 2001 gegenüber dem Vorjahr mit 14 Milliarden Dollar um zehn Prozent gesunken. Gegenüber dem Vormonat März ergibt sich immerhin noch ein Rückgang um sechs Prozent. Intel wird am Donnerstag die Analysten ein wenig in seine Geschäftsbücher gucken lassen. Zumindest aber wird das Unternehmen einen kleinen Ausblick auf die derzeitige Orderlage geben. Die Investmentbank Goldman Sachs kann sich allerdings nicht vorstellen, dass die Bilanz zur Halbzeit des Quartals sonderlich gut ausfallen wird. Vor allem, weil sich die Nachfragetrend in der PC-Branche in jüngster Zeit verschlechtert hat. Das Management von Intel dürfte zwar die Prognosen nicht weiter nach unten revidieren, aber betonen, dass die obere Spanne der Erwartungen wohl nicht erreicht werden kann. Die Chipwerte gehören zu den größten Verlierern an NYSE und Nasdaq.

Daneben stehen vor allem Einzelhandelsaktien unter Abgabedruck. Aufwärts geht es hingegen für Ölwerte. ExxonMobil und weitere Energiekonzerne haben Großaufträge aus Saudi Arabien erhalten. Das größte Stück vom Kuchen erhielt ExxonMobil. Erstmals seit etwa 20 Jahren dürfen ausländische Gesellschaften in dem Wüstenstaat bei der Förderung von Erdgas tätig werden. Saudi Arabien verfügt über die weltweit fünftgrößten Gasreserven.

DuPont

wird für seine Pharmasparte wohl deutlich mehr Geld erhalten, als ursprünglich erhofft. Novartis, Bayer und Bristol-Myers reißen sich um den Geschäftsbereich. Nun steht eine Kaufsumme von rund acht Milliarden Dollar im Raum. DuPont stößt das Medikamentengeschäft ab, weil es für den Konzern zu klein und daher nicht wettbewerbsfähig sei. Möglicherweise entscheidet DuPont noch in dieser Woche, wem der Zuschlag erteilt werden soll.

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