Smartphone mit Windows-Software kommt
T-Mobile und Microsoft machen gemeinsame Sache

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft und der Mobilfunkanbieter T-Mobile werden in den kommenden Wochen ein weiteres Mobiltelefon mit dem Betriebssystems Windows vorstellen und von Sommer an vermarkten.

Reuters BERLIN/CANNES. Microsoft und die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile bestätigten am Montag in Cannes, dass T-Mobile in den größten Mobilfunkmärkten ein so genanntes Smartphone mit Windows-Software auf den Markt bringen will. Damit knüpfen die Unternehmen an eine im März 2002 geschlossene Kooperation an. T-Mobile verkauft seit vergangenem Jahr bereits unter dem Namen MDA einen Westentaschencomputer mit dem Windows-Betriebssystem für Pocket PCs, das auch als Mobiltelefon genutzt werden kann.

Wie der MDA soll auch das geplante Smartphone von dem taiwanischen Handy High Tech Corporation-Produzenten (HTC) hergestellt werden. Anders als das bisherige Modell wird jedoch eine mit der heutigen Handy-Generation vergleichbare Größe angestrebt, ohne auf die Funktionen Kalender, E-Mail, Internet-Zugang zu verzichten. Auch der Instant Messenger von Microsoft, mit dem in Echtzeit Textnachrichten ausgetauscht werden können, werde nutzbar sein, hieß es. Eine Digitalkamera soll in späteren Versionen folgen.

T-Mobile hatte zu Jahresbeginn bereits Verhandlungen mit HTC über die Produktion eines Smartphones bestätigt. Zuvor war die von T-Mobile für Ende 2002 angestrebte Markteinführung eines vom britischen Mobiltelefonhersteller Sendo entwickelten Smartphones mit Digitalkamera und Windows-Software gescheitert. Sendo hatte die Zusammenarbeit mit Microsoft gekündigt. Das nun von HTC entwickelte Gerät dient als Ersatz für das lange erwartete Sendo-Handy.

T-Mobile und Microsoft verbindet eine vor rund einem Jahr geschlossene Kooperation bei der Entwicklung von Mobiltelefonen und Mobilfunkanwendungen. Microsoft will seit längerem mit seinem bei Computern weltweit dominierenden Betriebssystem Windows auch den Mobilfunkmarkt erobern. Als einziger der fünf weltgrößten Handy-Hersteller kooperiert Samsung mit dem US-Softwarekonzern.

Samsung erwarb am Montag jedoch auch einen Kapitalanteil an der mit Microsoft konkurrierenden Branchenallianz Symbian. Symbian entwickelt ebenfalls Handy-Betriebssysteme. Neben Samsung halten unter anderem die weltweit führenden Handy-Hersteller Nokia, Motorola, Sony, Ericsson und Siemens Anteile an Symbian. Nach dem Bruch mit Microsoft hat inzwischen auch Sendo eine Vereinbarung zur Nutzung von Symbian abgeschlossen.

In Europa ist neben T-Mobile noch der vor allem in Großbritannien und Frankreich aktive Mobilfunknetzbetreiber Orange Partner von Microsoft. Bislang setzte Orange von seinem seit Ende vergangenen Jahres vermarkteten Smartphones mit Windows-Software jedoch deutlich weniger als 100 000 Stück ab.

T-Mobile verspricht sich von der Kooperation mit Microsoft eine bessere Akzeptanz bei den Kunden. Zusätzlich zu den von der Konzernschwester T-Online zur Verfügung gestellten E-Mail- und Internet-Diensten könnten die Kunden nun auch die weit verbreiteten Microsoft-Anwendungen nutzen, hieß es. T-Mobile und T-Online sind Schwesterunternehmen unter dem Konzerndach der Deutschen Telekom. Die Partnerschaft mit Microsoft sei zudem nicht exklusiv, da man auch mit Nokia weiterhin bei der Gerätentwicklung kooperiere, teilte T-Mobile weiter mit.

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