Smax legte seit dem Start um neun Prozent zu
Börsenzwerge bereichern Depots

Nachdem der Neue Markt die Erwartungen vieler Anleger enttäuscht und sie mit Hiobsbotschaften sogar erschreckt hat, suchen konservativ eingestellte Investoren nach weniger riskanten Anlagemöglichkeiten. Im Smax werden sie fündig. Der Smax ist das Kleinwerte-Segment der Deutschen Börse.

In ihm sind 122 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen wie Automobilzulieferer, Maschinenbau, Einzelhandel oder Baugewerbe gelistet. Viele von ihnen zeichnen sich durch Beständigkeit aus, ihr Management hat sich in guten sowie schlechten Zeiten bewährt.

Mit dem Smax geht es in kleinen Schritten nach oben: Seit seinem Start im April vor zwei Jahren hat er um neun Prozent zugelegt. Der Nemax-All-Share hat im gleichen Zeitraum rund 45 Prozent verloren. Die größten und umsatzstärksten Werte aus dem Smax sind im SDax, dem kleinen Bruder des Deutschen Aktienindex, zusammengefasst. Der SDax legte in den vergangenen zwei Jahren immerhin um 33,38 % zu. Auch Kursturbulenzen werfen den SDax nicht so leicht aus der Bahn: Fiel der Dax von Ostern vergangenen Jahres bis April um fast 24 %, gab der SDax nur um 13 % nach. Bei Experten gilt der Smax im Vergleich zum Dax als unterbewertet.

"Grundsätzlich sind im Smax wenig risikoreiche Werte enthalten, die solide Gewinne erwirtschaften und bei denen der Anleger auch eine Dividende erhält", erläutert Petra Krüll von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz die Vorzüge des Kleinwerte-Segments. "Unternehmen wie beispielsweise das Stahlunternehmen Salzgitter oder der Anlagenbauer Rohwedder sind rentabel und gleichzeitig günstig bewertet", ergänzt DWS-Fondsmanagerin Claudia Rathgeb. Allerdings würden viele Smax-Werte gar nicht von Analysten beobachtet. Zudem nähmen internationale Investoren die Smax-Werte so gut wie nicht wahr. "Das begrenzt das Kurspotenzial in steigenden Märkten", fügt sie hinzu.

Risiko liegt in der geringen Marktkapitalisierung

In der geringen Marktkapitalisierung, die für den gesamten Smax nicht größer ist als bei der Commerzbank alleine, sieht Fondsmanager Karl Fickel von Lupus Alpha weitere Risiken. Das berge die Gefahr, dass Anleger nicht immer zu dem Preis kaufen oder verkaufen könnten, zu dem sie wollten - denn geringe Liquidität bedeute wenig Handel, erklärt er. Hinzu kommt, dass milliardenschwere Fonds maßgebliche Summen nur in liquide Aktien investieren wollen und dürfen. Sollten die Aktienkurse also auf breiter Front wieder nachhaltig anziehen, fließt das Geld erst in den Dax oder die Wachstumswerte, die Aktien aus der dritten und vierten Reihe sind - wenn überhaupt - erst später dran.

Aus diesem Grund warnt Fickel vor überzogenen Erwartungen an den Smax. Eine Wachstumsstory wie einst am Neuen Markt werde es nicht geben, schließlich beackerten viele Smax-Unternehmen traditionelle Geschäftsfelder mit eher moderaten Wachstumsaussichten. Für Anleger, die in Nebenwerte investieren wollten, biete der S&P 600 Small Cap Index ohnehin bessere Möglichkeiten, glaubt Stefan Gresse von ABN Amro. Schließlich befänden sich in dem US-Index wesentlich mehr und dynamischere Unternehmen als im mittelstandslastigen Smax. "Der Markt für Small Caps, also gering kapitalisierte Werte, ist in den USA wesentlich größer und attraktiver als bei uns", sagt er. Gresse glaubt daher, dass der Smax langfristig keine größere Rolle spielen wird. Zur Depotbeimischung eignet er sich aber doch: Experten empfehlen je nach Risikoneigung einen Nebenwerte-Anteil von bis zu 15 % an der eigenen Aktienquote - sei es durch einzelne Aktien, einen Fonds oder mit Smax-Zertifikaten.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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