Smith & Nephew will sein Angebot erhöhen
Um Centerpulse ist die Bieterschlacht enbrannt

Der Poker um den Schweizer Medizintechnik-Hersteller Centerpulse geht in die heiße Phase. Der britische Bieter Smith & Nephew versucht, bei Banken die Mittel für ein höheres Angebot zu sichern, um den US-Konzern Zimmer zu übertreffen.

ZÜRICH/LONDON. Wie in London zu hören ist, sind die Finanzinstitute durchaus offen für das Vorhaben. Ein Treffen sei für diese Woche angesetzt. Ein Sprecher von Smith & Nephew wollte sich dazu nicht äußern. Unterdessen erklärte Ray Elliot, CEO des US-Konkurrenten Zimmer in einem Zeitungsinterview, dass sein Haus einen eindeutigen "Walk-away-Preis" festgelegt habe, ab dem sein Haus nicht mehr um Centerpulse mitbieten werde.

"Smith & Nephew wird bestimmt das Angebot nochmal nachbessern. Ob dies reichen wird, ist aber offen", sagt Ian Broadhurst, Analyst von Prudential-Bache in London. Marktbeobachter in London glauben, dass Smith & Nephew bis zu 360 Franken gehen wird.

Die Briten hatten im März ein erstes Übernahme-Angebot für Centerpulse vorgelegt, das bislang auch vom Verwaltungsrat des Schweizer Unternehmens unterstützt wurde. Dabei offerierte Smith & Nephew 73,42 Schweizer Franken in bar plus 25,15 eigene Aktien je Centerpulse-Anteil. Das entspricht einem Wert von rund 269 Schweizer Franken je Aktie.

Ende Mai kündigte jedoch der US-Konzern Zimmer überraschend eine deutlich höhere Offerte für Centerpulse an. Das Angebot der Amerikaner bewertet die Centerpulse-Aktie derzeit mit 331 Schweizer Franken. Zimmer will pro Centerpulse-Aktie 120 Schweizer Franken in Bar plus 3,68 eigene Aktien bieten. Das offizielle Angebot wollen die Amerikaner am 17. Juni vorlegen.

Das Centerpulse-Management hält sich bisher bedeckt: "Wir werden am 17. Juni die Situation neu beurteilen, wenn das Angebot offiziell vorliegt", sagte Erwin Schärer, Sprecher von Centerpulse. Er bestätigte, dass derzeit Experten von Zimmer bei Centerpulse eine Unternehmensbewertung vornehmen. An der Börse wird das Unternehmen, das aus der früheren Sulzer Medica hervorgegangen ist, gestern mit 349 Schweizer Franken je Aktie bewertet.

Eine wichtige Rolle in der Übernahmeschlacht spielt die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Incentive Capital. Sie hält 18,9 Prozent der Centerpulse-Aktien. Smith & Nephew wollen daher auch Incentive Capital übernehmen.

Die wichtigsten Incentive-Aktionäre (Zurich Financial Services, 3i, René Braginsky und die Familie Hans Kaiser) haben den Briten bereits ein Vorkaufsrecht auf ihre Incentive-Anteile eingeräumt. Damit haben die Briten auch ein Erstzugriffsrecht auf die von Incentive gehaltenen Centerpulse-Aktien. Aber unter einer Bedingung: Sollte eine andere Partei ein höheres Angebot für Incentive vorlegen, muss Smith & Nephew diesen höheren Preis zahlen, will das Unternehmen das Vorkaufsrecht nutzen. Auf der heutigen Hauptversammlung von Incentive sollen die formalen Bedingungen für den Deal geschaffen werden; unter anderem wird der Verwaltungsrat neu besetzt.

Dennoch sehe es derzeit für Zimmer besser aus, meint Patrick Laager, Analyst beim Bankhaus Sarasin. Denn operativ würde sowohl der Zusammenschluss mit Smith & Nephew als auch die Übernahme durch Zimmer Sinn machen. "Dann zählt am Ende für die Aktionäre vor allem der Preis. Und das Angebot von Zimmer erscheint weitaus attraktiver."

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