Smog in Peking
Durchlüften für Olympia

Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür und die Kritik an Chinas Luftverschmutzung wird immer lauter. So hat das Olympische Komitee (IOC) bereits überlegt, Wettbewerbe in und um Peking zu verschieben. Am Wochenende standen nun 1,3 Millionen Autos still - doch der Smog bleibt.

PEKING Spätestens am Sonntagmittag war klar, dass Peking auch mit Fahrverboten nicht zum Luftkurort wird. Obwohl 1,3 Millionen Autos - also rund ein Drittel aller Fahrzeuge in der Stadt - über das Wochenende aus dem Verkehr gezogen worden waren, hatte gestern eine Smogglocke Chinas Hauptstadt fest im Griff. Die große Olympia-Generalprobe, die heute zu Ende geht, hat nicht das große Durchatmen gebracht.

Immerhin rollte auf den großen Ringstraßen um den Stadtkern seit Freitag deutlich weniger Verkehr. Doch das sei am Wochenende immer der Fall, monierten die Kritiker der Aktion. Sie hatten gefordert, das teilweise Fahrverbot auf zwei Wochen auszuweiten, also auf die Dauer der Spiele. Doch das wagte Pekings Führung nicht.

Am Freitag mussten viele Pekinger vom eigenen Auto auf Busse und Bahnen umsteigen. Bei dem viertägigen Test durften im täglichen Wechsel jeweils nur Autos mit ungeraden oder geraden Endziffern auf dem Nummernschild fahren. Das war keineswegs ein Gag: 6500 Kontrolleure folgten mit strengem Blick an jeder Kreuzung den Nummernschildern. Zahlensünder mussten 100 Yuan Strafe zahlen, gut 10 Euro.

In Bus und Bahn machten viele Pekinger plötzlich eine ganz neue Erfahrung. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Busse überfüllt waren, und ich habe weniger Zeit als sonst gebraucht, um an meinen Arbeitsplatz zu kommen", wunderte sich eine Verkäuferin am Freitag. Fahrgemeinschaften, öffentlicher Nahverkehr, das gute alte Fahrrad - Peking fuhr am Wochenende ein bisschen zurück in die Zukunft.

Neu sind solche vor-olympischen Aktionen nicht, es gibt Vorbilder. Korea führte ein ähnliches System bei den Spielen 1988 in Seoul ein, Athen bekämpfte so seine Luftverschmutzung schon vor 2004. Doch in Peking hatte der Test besondere Aufmerksamkeit bekommen, nachdem die internationale Besorgnis wegen der schlechten Luft die Chinesen zunehmend unter Druck setzte. Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte sogar gedroht, dass wegen der Giftsuppe über Peking Wettbewerbe während der Olympischen Spiele verschoben oder verlegt werden könnten.

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