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SMS statt Blumenstrauß

Der Muttertag war vielen bestimmt wieder ganz schön lästig. Clevere haben sich Standardgeschenke und-feier dieses Jahr vom Hals gehalten und Muttertagsgrüße mit dem Handy verschickt. Davon haben doch alle profitiert...

Zum Glück ist der Muttertag ja wieder vorbei. Egal wie er abgelaufen ist, für ein Jahr haben die genervten Töchter und Söhne wieder Ruhe. Ihren Kopf für ein passendes Geschenk brauchen sie sich erst nächstes Jahr wieder zu zerbrechen. Der Kelch des traditionellen Geschenkeüberreichens oder Gedichteaufsagens zum Muttertag ist an den "Firstmovern" unter den Handynutzern möglicherweise schon in diesem Jahr vorbeigezogen: Heutzutage verschickt man nämlich lieber SMS statt Pralinen oder Blumen.

Die liebe Mutter wird nicht mehr mit einem profanen Blumenstrauß erfreut, sondern mit sinnigen Sprüchen wie ?Mutti ist die Beste? oder alles ?Liebe zum Muttertag? "überrascht". Vorausgesetzt, Kind und Mutter verfügen über ein Handy und letzteres kann Bild-SMS, Logos oder Klingeltöne überhaupt empfangen. Angebote gibt es schon jede Menge. Neben Sprüchen kann man über Vizzavi ein Lied an die liebe Mutti verschicken. Handy.de bietet sogar ein Muttertagsspecial, mit Bildmitteilungen, Logos oder Sprüchen. Allerdings muss die Empfängerin ein bestimmtes Nokia - oder Ericsson-Handy besitzen, um sich über die lieb gemeinten Gedichtchen freuen zu können... Ähnliches gilt für Uboot, bei denen die Bild-SMS 0,75Euro und Muttertags-Logos sowie Klingeltöne 1,45 Euro kosten sollen.

Interessant ist es schon, wie es den Unternehmen der Mobilfunkbranche immer wieder gelingt, neue Marktpotenziale zu erschließen. Analog zum Einzelhandel greift die Branche Ereignisse und Festivitäten auf und bietet den Kunden die Möglichkeit, zu bestimmten Anlässen mobilen Content zu empfangen oder verschicken. So läuft das, und es läuft nicht schlecht.

Auf der anderen Seite: Mag der Muttertag noch so antiquiert sein, ob die SMS eine Alternative zur Schokolade ist? Aus Sicht eines Jugendlichen, der sich die krampfige Feierlichkeit vom Hals halten will, und den Contentanbietern, die daran verdienen, ganz bestimmt. Ob sich Mutti mehr über ein "Alles Liebe zum Muttertag" via Handy freut oder über einen echten Strauß Blumen, sei dahingestellt. Zumal es ebenso naheliegt, einfach schnell anzurufen oder aber in Persona zu erscheinen. Aber wie gesagt, mit der SMS lässt sich das ja umgehen. Vielleicht würde allen Beteiligten der Muttertag doch Spaß machen, wenn man sich einfach ein paar Alternativen zum Standardreportoire "Pralinen" und "geklaute Blumen vom Nachbarn überlegt", wer weiß...

Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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