Snowboarding
Fuß ohne Freiraum

Achtung, junge Wilde: Die Alten kommen. Zwar gilt snowboarden als Teenager-Spaß. Doch jetzt gehen auch Leute über 40 Jahre auf die scharfen Bretter.

Lutz Graß macht für das Weekend Journal die ultimative Trockenübung: Er wirft sich auf seine Unterarme und landet mit dem Körper flach auf dem kalten Kachelboden mitten in seinem Büro. Seine Beine sind angewinkelt - mit dem Snowboard an den Füßen erinnert er an einen Wal, der ins Meer eintaucht und seine Schwanzflosse aus dem Wasser hebt. Verletzungen? Fehlanzeige!

"Das Wichtigste beim Fallen ist, dass der Körper den Sturz abfängt und nicht nur das Handgelenk oder die Knie", sagt Graß, als er sich wieder vor seinem Computer aufrichtet. Die Füße sollte der Snowboarder nach oben halten, damit ihn sein Board nicht verletzt, ergänzt er. Graß ist Snowboardlehrer und bringt Menschen jeden Alters das Vergnügen auf dem Brett bei. "Ob alt oder jung, das macht keinen Unterschied. Snowboarden verbindet Generationen", sagt er.

Der Coach fährt regelmäßig in Gruppen, in denen alle Altersstufen zwischen 20 und 60 Jahren vertreten sind. Graß selbst ist der lebende Beweis, dass mit dem Snowboarden jenseits der 25 Jahre längst nicht Schluss sein muss. Vor gut drei Jahren gab der 41-jährige seinen Beruf als Studienrat an einem Berliner Gymnasium auf, ließ sich vom Snowboard-Verband Deutschland zum Snowboardlehrer ausbilden und machte sein Hobby fortan zur Profession.

"Bis zu einer Dreiviertelstunde sollte sich der Einsteiger nur mit dem Kontakt zum Schnee beschäftigen", sagt er. Beim Sturz nach hinten sei es wichtig, sich abzurollen, die Arme eng am Körper zu halten und dabei das Kinn auf die Brust zu legen. Hat der Anfänger den richtigen Fall gelernt und steht einigermaßen sicher auf dem Brett, kann es losgehen. "Knie beugen, Oberkörper leicht nach vorn und die Arme ausstrecken", erklärt Graß.

Das Board beginnt zu rutschen. Die parallel zum Brett ausgestreckten Arme helfen, die Balance zu halten. Kurven zu fahren ist kinderleicht: Der Einsteiger richtet seinen Körper auf, dreht ihn zur Seite. Sind die Arme im rechten Winkel zum Brett ausgerichtet, ist die Kurve gemeistert. "Das ist ganz einfach", sagt Graß. Die meisten schwingen ihre Kurven mit dem Brett schon nach einem Tag bis ins Tal, behauptet er.

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