So klappt der Management Buyout
Der Weg zum MBO

Ein Management Buyout (MBO) verläuft immer nach dem gleichen Muster. "Karriere & Management" hat die wichtigsten Schritte zum erfolgreichen MBO zusammengestellt.

DÜSSELDORF. Den Preis festlegen: Oft fordert das verkaufende Unternehmen bzw. der Alteigentümer im ersten Anlauf zu viel Geld. In vielen Fällen kann der Kaufpreis um 20 Prozent und mehr gedrückt werden, so ein Ergebnis einer Studie des F.A.Z.-Instituts.

Corporate Finance-Dienstleister wählen: Er hilft, Partner für die Finanzierung zu finden (PE-Gesellschaften, Banken, Wirtschaftsprüfer etc.). "Wir errichten eine Art Puffer zwischen Management und Verkäufer", sagt Frank Golland, Partner KPMG Corporate Finance, Head of Private Equity Germany. Die Interessenskonflikte zwischen Verkäufer und Käufer, der ja immer noch Angestellter des Verkäufers ist, "sind schon sehr groß". Diese Konflikte abzumildern und reelle Zahlen über den Unternehmenswert in die Verhandlungen einzubringen, dafür sorgt der Corporate Finance-Berater. Billig sind diese Beratungsdienste nicht. Im Schnitt zwei Prozent der Kaufsumme werden für Corporate Finance-Berater, Anwälte etc. noch einmal oben draufgeschlagen.

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Finanzierung: Neben der PE-Gesellschaft muss auch der Manager Eigenkapital einschießen. Die Partner wollen so sicherstellen, dass er mit Herz und Seele bei der Sache ist. Mindestens zwei Bruttojahresgehälter muss er dafür einplanen. Der Vorteil: Der Manager erhält seine Anteile meist zu einem Vorzugspreis. Geht alles gut, kann sich das eingesetzte Kapital verzehnfachen. Nicht wenige Neu-Selbständige werden so Millionäre und haben schon nach wenigen Jahren ausgesorgt. Der Großteil der Finanzierung läuft allerdings über Fremdkapital von Banken. Zinsen und Tilgung erfolgen durch den Cashflow des Unternehmens.

Exit: Die Beteiligungsgesellschaft verdient Geld, wenn sie ihre Anteile verkauft. In der Regel geschieht das nach drei bis sieben Jahren. Über die Art und Weise des Ausstiegs sollte schon im Vorfeld Klarheit herrschen, damit es nicht zu unliebsamen Überraschungen kommt, die PE-Gesellschaft also zu früh aussteigen oder an den Falschen verkaufen will. Möglich sind der Verkauf an einen strategischen Investor, an einen anderen Finanzinvestor (Secondary Buyout), oder an das Management. Denkbar ist auch, dass die PE-Institution das Unternehmen an die Börse bringt.

Risiken: MBOs werden mit Risikokapital finanziert und die Risiken sind mannigfaltig. Ein Beispiel: Ein Unternehmen ist "schön" gerechnet worden. Deswegen ist der Fremdkapital-Anteil sehr groß (over-leveraged). Das Unternehmen gerät in eine Krise und der Cashflow reicht nicht mehr aus, um die Zinsen zu bedienen. In der Folge stehen PE-Gesellschaft und Manager vor einem Scherbenhaufen. Den Fremdkapitalanteil sollte das Management also so wählen, dass er im Normalfall neben dem Schuldendienst auch noch für Expansionsvorhaben ausreicht.

Studie des F.A.Z.-Instituts: MBO als Nachfolgelösung, 48 S, 48 Euro.
Kontakt: p.gessner@faz-institut.de, Tel. (069) 7591-2583.
Kommerzielle MBO-Beratungsgesellschaft: www.mbonet.de
Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften: www.bvk-ev.de

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