So konsequent wie Porsche lehnt sich kein anderes Unternehmen auf
Dax: MLP droht Ausschluss, Porsche darf nicht rein

Die Tage des Finanzdienstleisters MLP im Deutschen Aktienindex DAX könnten gezählt sein. Der erfolgreiche Sportwagenbauer Porsche hat dagegen von vorneherein keine Chance, in den Club der 30 wichtigsten Aktiengesellschaften hineinzukommen. Beide Unternehmen erfüllen auf ihre Weise nicht alle dazu erforderlichen Voraussetzungen.

HB/dpa FRANKFURT. Dem Heidelberger MLP könnte der deutlich gefallene Aktienkurs zum Verhängnis werden, denn dieser hat den Börsenwert des Unternehmens stark gedrückt. Um sich einen Platz in Deutschlands wichtigstem Börsenbarometer zu sichern, muss ein Unternehmen nach zwei Kriterien zu den 35 wichtigsten Gesellschaften zählen. Das ist zum einen der Handelsumsatz der Aktie und zum anderen der Börsenwert, der sich aus Aktienkurs multipliziert mit Aktienzahl errechnet. Der Börsenwert von MLP erreichte zuletzt jedoch nur Rang 50.

Allerdings könnte der Mangel an sinnvollen Alternativen MLP noch einmal eine Verschnaufpause verschaffen. Der Körperpflegespezialist Beiersdorf und die Telekom-Tochter T-Online lauern zwar auf der Ersatzbank. Doch die Chancen von Beiersdorf werden durch immer wieder aufflammende Übernahmegerüchte geschmälert. T-Online erfüllt die geforderten Kriterien relativ knapp. Außerdem würde der neue Technologieindex TecDAX bei einem T-Online-Aufstieg in den DAX ein bedeutendes Schwergewicht verlieren.

Der Autobauer Porsche könnte beide DAX-Kriterien mühelos erfüllen. Der Stuttgarter Autobauer ist nach Handelsumsatz und Börsenwert etwa die Nummer 20 unter den deutschen Aktiengesellschaften. Doch da sich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking beharrlich weigert, Quartalsberichte zu erstellen, darf Porsche in überhaupt keinen Auswahlindex der Deutschen Börse.

Denn Voraussetzung wäre die Zulassung in die Börsenoberliga "Prime Standard". Die erhält nur, wer sich strengen Anforderungen wie Quartalsberichten, Analystenkonferenzen und Pflichtmitteilungen in deutsch und englisch unterwirft. Die Vierteljahresberichte verweigern die Stuttgarter seit jeher und nahmen 2001 deshalb auch den Ausschluss aus dem MDAX in Kauf.

So konsequent wie Porsche lehnt sich kein anderes wichtiges Unternehmen in der Bundesrepublik auf. Am weitesten gingen noch die fünf DAX-Unternehmen Siemens, Münchener Rück, BASF, Lufthansa und Infineon, die ihren Zulassungsantrag zum "Prime Standard" bis kurz vor Ablauf der Frist hinauszögerten. Die fünf DAX-Rebellen waren mit einigen Punkten der Börsenordnung unzufrieden, daneben sorgte auch die Gebührenordnung für Unmut. Größere Extra-Würste gab es aber offenbar nicht. "Für alle gelten die gleichen Bedingungen", betonte ein Börsen-Sprecher. Hätten die Unternehmen die Frist verstreichen lassen, wären sie im März aus dem DAX ausgeschlossen worden.

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