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So schnell kann es gehen: Märkte drehen

Die Analysten geben sich zum Wochenstart richtig Mühe. Aus allen Ecken kommen am Montag positive Kommentare, die sich insbesondere auf den Technologiesektor beziehen. Dennoch drehten die Märkte nach einem freundlichen Start. Bereits nach 20 Handelsminuten zeigten sich die Kursbarometer schwächer.

Das Brokerhaus Lehman Brothers rät Anlegern, globale Telekommunikationsaktien zu kaufen. Zudem werden Finanztitel empfohlen. Auf die Kauf-Liste von Lehman Brothers rücken Banco Santander, Telefonica, Bristol-Myers, Sara Lee, Norda und Deutsche Lufthansa. Banken und konjunkturabhängige Titel seien derzeit in Europa billiger. Als Begründung führen die Analysten die zahlreichen Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank an, während die Europäische Zentralbank lediglich einmal zur Tat geschritten ist, und damit noch einen größeren Spielraum habe. Nortel und Lucent Technologies büßen ein, ebenso geht es für die großen Finanzwerte Citigroup, American Express und J. P. Morgan Chase abwärts.

Früchte tragen auch die positiven Kommentare von Goldman Sachs. Nicht nur Intel verbessert sich, auch andere Chiphersteller bekommen zum Wochenauftakt Rückenwind. Der weltgrößte Prozessorhersteller Intel wird von den Analysten aufgewertet und nun in der Empfehlungsliste aufgeführt. Absatzzahlen hätten gezeigt, dass die weltweite Nachfrage nicht mehr in allen Bereichen schwach sei. "Die Fundamentaldaten werden sich im vierten Quartal verbessern, auch wenn dies nur auf die positive Entwicklung der Lagerbestände zurückzuführen ist", heißt es. Auch für zahlreiche Kommunikationschip-Hersteller geht es nach oben, Broadcom und Qualcomm ziehen beispielsweise an.

Merrill Lynch senkt die Gewinn- und Umsatzerwartungen für Sun Microsystems. Das erste Quartal 2002 könne "das härteste Quartal für Sun" werden, schreiben die Experten. Skeptisch stimmen dabei die schwachen Absatzzahlen in Europa. Die Aktie verliert leicht.

Datenbankproduzent Oracle kann mit seiner Umsatzwarnung kaum schocken. Die Aktie verliert nur ein Prozent. Das Unternehmen werde zwar die bisherigen Gewinnerwartungen für das laufende Quartal erfüllen, nur beim Umsatz hat man sich verschätzt. Damit würde Oracle in zwei aufeinander folgenden Quartal die Umsatzprognosen verfehlen.

Auf unsicheres Terrain werden die Anleger im Glasfaserbereich geschickt. Goldman Sachs hält den Einstiegszeitpunkt für das Ciena-Papier für gekommen. Die Investmentbank rechnet mit einem starken Juli-Quartal. UBS Warburg jedoch sieht die Zukunft des Glasfaserunternehmens Ciena nicht ganz so optimistisch. Die Bank reduziert die Gewinnerwartung für 2001 und 2002. UBS Warburg senkt das Kursziel der Aktie, die Einstufung mit "halten" bleibt dabei jedoch bestehen. Ciena präsentiert am Donnerstag seine Vierteljahresbilanz. Die Aktie verbilligt sich um drei Prozent. Branchenkonkurrent JDS Uniphase legt hingegen zu.

In dieser Woche werden unter anderem die Einzelhandelsunternehmen Wal-Mart und Home Depot sowie die Computerproduzenten Dell und Hewlett-Packard Quartalszahlen vorlegen. Zudem gibt es Daten zu den Einzelhandelsumsätzen, Verbraucherpreisen und zur Industrieproduktion. Zudem wird die Handelsbilanz veröffentlicht.

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