So seh ich es
Angst ist ein schlechter Ratgeber

Münteferings Kapitalismuskritik hat bereits erheblichen mentalen Schaden angerichtet: Sie vereinigt alle Widersacher der Sozialreformen zum Gegenangriff.

In der Politik geht es zurzeit tierisch zur Sache. Dies trifft zumindest auf die fabelhaften Reden und Kommentare im Vorfeld der nordrhein-westfälischen Landtagswahl zu. Sie handeln von Furcht erregenden Bestien. Darin kommen Heuschreckenschwärme vor, die über Unternehmen herfallen, sie abgrasen und weiterziehen. Sogar von einer Attacke gegen einen "Hundt" war die Rede. Deutschland, so ist zu hören, werde von einem Raubtierkapitalismus in Angst und Schrecken versetzt. Den Bürgern werde nicht nur die Arbeit geraubt, sondern auch das Vertrauen in die Demokratie. Das kalte Grausen konnte einen auch überkommen, wenn man von Finanzinvestoren las, die kein Gesicht hätten. Wurde ihnen dieses ebenfalls von den gefräßigen Bestien genommen?

Und als hätte das alles den Menschen in unserem geschundenen Land nicht schon genug Angst eingejagt, mussten sie von anderer Seite noch die Prophezeiung ertragen, dass man mit dem Getöse nicht nur die Raubtierrudel, sondern auch Investitionen vertreibe. Auf den freien Auen ferner Länder hätten es die Bestien und das Kapital besser als im Jurassic Park Deutschland, wo man sich entschlossen hat, die "vergessene Welt" des 19. Jahrhunderts wieder zu erwecken.

Franz Münteferings hemmungslose Kapitalismuskritik hat bereits einen erheblichen mentalen Schaden hinterlassen, indem sie alle Widersacher der dringend gebotenen Sozialreformen zum Gegenangriff vereinigt hat. Unter ihnen der Dinosaurier Oskar Lafontaine, der mit Erwachen der "vergessenen Welt" wieder ein Territorium hat und nun doch in Erwägung zieht, im Kreis der zu sich selbst gefundenen Sozialdemokraten zu bleiben.

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