So seh ich es
Aus der Not eine Tugend machen

Während sich die Volksparteien immer noch schwer mit dem Auftrag tun, den das Volk ihnen gab, scheinen viele Bürger erst einmal handfestere Probleme zu haben. Ihnen machen die hohen Benzin- und Gaspreise zu schaffen. Wettbewerbshüter und Verbraucherschützer haben Hochkonjunktur. Weil sie auf dem Benzinmarkt nichts ausrichten können, konzentrieren sich die Maßnahmen diesmal auf Langfristverträge und Ölpreisbindung auf dem Erdgasmarkt. Das mag verständlich sein. Der gewünschte Preiseffekt wird allerdings auch hier ausbleiben.

Ich kann nicht beurteilen, ob von der deutschen Energiebranche die Lage ausgenutzt wird und den Endverbrauchern mehr Preiserhöhungen zugemutet werden, als das durch die Lage auf den internationalen Beschaffungsmärkten gerechtfertigt wäre. Eine unbestreitbare Tatsache ist hingegen, dass global die fossilen Energieträger knapper werden, insbesondere Öl, Erdgas, aber auch Uran.

So wie wir es bereits auf dem Stahlmarkt kennen gelernt haben, wo wenigstens die deutsche Stahlindustrie profitieren konnte, so erleben wir auch auf den Energieträgermärkten eine deutliche Nachfragesteigerung durch den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas, Indiens und weiterer ostasiatischer Staaten. Es muss jedem einleuchten, dass allein das riesige, aber rohstoffarme Land China, das mehr Menschen beherbergt als ganz Europa, Nordamerika und Ozeanien zusammen, einen Energiehunger entwickelt, der nicht ohne Auswirkungen auf die Energiewirtschaft der westlichen Welt bleiben kann.

Und Indien bringt noch mal so viele Menschen wie China auf die Waage. Die Bevölkerungszahl des ganzen asiatischen Kontinents, auf dem sich viele Länder in einem rasanten wirtschaftlichen Aufholprozess befinden, ist weit mehr als dreimal so groß wie die der westlichen Welt, die bis vor kurzem noch die Energievorräte im Wesentlichen unter sich alleine aufteilte.

Hinzu kommt der ebenfalls nicht zu leugnende Umstand, dass die sicheren Vorkommen von Erdöl nur noch 43 Jahre, die von Erdgas 65 Jahre und die von Uran sogar nur noch 42 Jahre ausreichen. Die Endlichkeit dieser fossilen Brennstoffe liegt also bereits in greifbarer Nähe. Das wirft seine Schatten voraus.

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