So seh ich es
Besonnen durch die Krise

Negative Schlagzeilen domieren derzeit die Öffentlichkeit. Dabei gibt es durchaus Anlass für Optimismus. Die Deutschen gehen gelassener mit der Krise um, als anfangs gedacht und überall in Deutschland kann man spüren, wie sich ein neuer Gemeinschaftssinn entwickelt.
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Dass sich die internationale Finanzkrise in den nächsten Monaten durch mangelnde Nachfrage auf die Automobilindustrie und bald wohl auch auf den Maschinenbau und die Bauwirtschaft ausweitet, müssen wir zunächst einfach zur Kenntnis nehmen. Und wenn durch Abbau von Überstunden, durch die Beendigung von Zeitarbeitsverträgen und Leiharbeitsverhältnissen die Flexibilitätsreserven erschöpft sind, werden wir auch eine gewaltige Ausweitung der Kurzarbeit erleben. Kein Blitzprogramm wird uns dies ersparen können.

Aber die Menschen beweisen Gelassenheit im Umgang mit diesen Krisenerscheinungen und verhindern so Schlimmeres. Auch die wichtige Erklärung der Bundeskanzlerin zur Sicherheit der Spargelder bewirkt, dass trotz der unvermeidlichen schlechten Nachrichten zum Jahresende keine Panik aufkommt. Die Meldungen über das Weihnachtsgeschäft signalisieren Normalverhalten. Es sei, so der Einzelhandel, auf einem "soliden Niveau". Im Online-Handel gibt es sogar kräftige Zuwächse.

So schnell scheint die Deutschen die Kauflust also nicht zu verlassen. Zu dieser relativ entspannten Haltung hat sicher auch die dramatische Senkung der Energiepreise, insbesondere bei Kraftstoffen, Heizöl und - in naher Zukunft - auch bei Erdgas beigetragen.

Die überparteiliche Erörterung dessen, was jetzt notwendig und für den Staat möglich ist, um die Rezession zumindest zu lindern und zu verkürzen, nimmt langsam klare Konturen an. Die Forderungen nach einer schnellen Verteilung von Konsumschecks mit Einkaufszwang findet bei den Bürgern keinen Anklang, wohl auch, weil man gesehen hat, wie wirkungslos eine ähnliche Maßnahme in den USA verpufft ist. Die meisten Deutschen würden das Geld für Produkte verwenden, die sie ohnehin gekauft hätten, und das dadurch geschonte Geld dann auf ihr Sparkonto legen.

Nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch die meisten Europäer setzen jetzt zum einen auf möglichst rasch wirkende umfassende Investitionsprogramme der öffentlichen Hand und zum anderen auf die Sicherung der Kreditbereitstellung. In Deutschland muss sich ein solches Programm vor allem auf den gebeutelten Mittelstand richten, von dem letztendlich alles abhängt. Über 70 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und knapp 83 Prozent aller Lehrstellen sind dem Mittelstand zuzurechnen.

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