So seh ich es
Bildung für alle

Es ist schlecht für eine Gesellschaft, wenn die Einkommensunterschiede zu groß werden. Niemand kann leugnen, dass sich auch in Deutschland diese Schere immer weiter öffnet. Unklar ist, wer oder was Schuld ist an dieser Entwicklung. Fest steht jedoch: Der Schlüssel für eine Wiederherstellung der gesellschaftlichen Integration und der sozialen Aufstiegschancen liegt in der Bildung.
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Mit den neuen Personalien in der SPD hat der Wahlkampf begonnen. In dessen Mittelpunkt wird das Thema „soziale Gerechtigkeit“ stehen. Dafür spricht der Auftrieb der Linken ebenso wie die hierdurch herausgeforderte SPD. Aber auch die Union unter Führung der Kanzlerin muss vielen Bürgern erklären, warum der konjunkturelle Schub in ihrer Amtszeit zwar die Arbeitslosigkeit reduzieren konnte, jedoch nicht entgegen allen Ankündigungen bei der breiten Masse ankam. Während die höchste Einkommensgruppe sich über kräftige reale Zuwächse freuen konnte, haben die unteren sogar an Kaufkraft verloren.

Wer oder was Schuld an dieser Spreizung der Einkommensentwicklung hat, ist unklar und umstritten. Dass sie eine Tatsache ist, kann hingegen niemand leugnen. Und klar ist ebenso, dass es einer Gesellschaft nicht guttut, wenn die Einkommensunterschiede zu groß werden, insbesondere wenn die Einkommensentwicklung zweigeteilt ist und gegensätzlich verläuft.

Die Einkommensschere in Deutschland hat in den letzten Jahren ein bisher nicht gekanntes Ausmaß angenommen. Seit der Jahrtausendwende klafft sie zwischen den reichsten und ärmsten zehn Prozent immer stärker auseinander. Der Anteil der Bevölkerung, der weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat, ist zwischen den Jahren 2000 und 2006 von knapp zwölf Prozent auf über 18 Prozent gestiegen.

Laut einer Studie der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung ist innerhalb von elf Jahren der Anteil der Geringverdiener an der Gesamtheit der Beschäftigten von 15 auf 22 Prozent geklettert und der reale Bruttolohn des unteren Viertels der Einkommensstatistik sogar um fast 14 Prozent gesunken. Die Mittelschicht wiederum stagniert seit den neunziger Jahren und sieht sich infolge der veränderten Sozialpolitik, die nur noch das Existenzminimum und nicht mehr den Lebensstandard absichert, einer erhöhten Absturzgefahr ausgesetzt.

Die Zahlen sind alarmierend. Es ist nicht verwunderlich, dass die Bundesbürger dabei den Glauben an ein gerechtes System verlieren. Das Institut für Demoskopie in Allensbach hat ermittelt, dass nur noch 15 Prozent der Deutschen glauben, es gehe gerecht zu in Deutschland. Allein das ist schon alarmierend und auf Dauer nicht hinnehmbar. Bleibt die Frage, wie man das ändern kann. Die klassische Antwort der links Orientierten ist bekanntlich, man müsse den Markt korrigieren, und zwar durch stärkere Umverteilung der Einkommen sowie durch Mindestlöhne. Beides ist jedoch kurzsichtig.

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