So seh ich es
Bildung: Sachsen auf einer Ebene mit Finnland

Natürlich darf man die Finanzkrise nicht unterschätzen, doch es gibt auch Nachrichten, die Mut machen: Deutschlands Schüler haben im internernationalen Vergleich aufgeholt. Die sächsischen Schüler haben sogar zur Weltspitze aufgeschlossen. Mit weiteren Verbesserungen ist gute Schulbildung auch in Deutschland möglich.
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Leider haben die schlechten Nachrichten Hochkonjunktur. Die Finanzkrise sollte gewiss nicht unterschätzt werden, doch wenn wir einmal davon ausgehen, dass am Ende des nächsten Jahres im Wesentlichen die Krise überwunden sein wird, dann gibt es keinen Grund, alles andere, was unseren Wohlstand langfristig begründet, zu vernachlässigen.

Die Krise ist nicht mehr als ein Intermezzo, solange wir sie zur Bereinigung und zur Konsolidierung nutzen. Lassen wir uns von ihr nicht den letzten Mut rauben, sondern sammeln wir in Erwartung neuer Chancen frischen Mut.

Ich habe in letzter Zeit bereits häufiger die Überzeugung geäußert, jetzt nicht nur kurzfristige Strohfeuer für die Erhellung des Augenblicks zu entzünden, sondern Maßnahmen von langfristiger Bedeutung auf den Weg zu bringen. Das verbessert auch die Erwartungen der Bürger. Nur wer an die Zukunft glaubt, investiert und konsumiert über das Mindestmaß hinaus. Strohfeuer stützen diesen Glauben nicht. Im Gegenteil: Sie machen Angst, dass es hinterher noch schlimmer werden könnte. Das sollten die verantwortlichen Politiker im Hinterkopf behalten – hektisch beschlossene und umgesetzte Maßnahmen stärken die Wirtschaft nicht.

Während der Omnipräsenz der Finanzkrise ist eine Meldung fast untergegangen, die uns aufgrund ihrer großen Bedeutung für den Erhalt unseres Wohlstands Mut machen könnte. Vor zwei Wochen wurden die Ergebnisse des nationalen Pisa-Tests veröffentlicht. Sie führten diesmal nicht zum Schock, sondern lassen hoffen. So zeigte die Studie, in der an etwa 1 500 Schulen 57 000 Schüler im Alter von 15 Jahren getestet wurden, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um gute Bildung weiter aufgeholt hat. Bereits im vergangenen Jahr zeigten sich bei den Ergebnissen der internationalen Pisa-Studie 2006 deutliche Verbesserungen.

Deutschland kletterte unter den 57 teilnehmenden OECD-Staaten um fünf Plätze nach oben auf Rang 13, ein beachtlicher Erfolg. Und jetzt belegt der ergänzende nationale Pisa-Test weitere Verbesserungen im deutschen Bildungswesen.

Am besten von allen schneidet Sachsen ab. Die sächsischen Schüler erreichten mit einer Punktzahl von 541 das Niveau der Weltspitze, zu der Finnland (563) und Hongkong (542) gehören. Das ist eine neue Benchmark für Deutschland. Speziell in den Naturwissenschaften konnte sich das Bundesland Sachsen direkt hinter dem Spitzenreiter Finnland platzieren.

Weitere zwölf Bundesländer konnten in den naturwissenschaftlichen Fächern immerhin den OECD-Durchschnitt übertreffen. Das ist besonders erfreulich. Doch auch das Schlusslicht Bremen begeisterte die Experten, weil es sich innerhalb kurzer Zeit stark verbessern konnte.

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