So seh ich es
Bonus auf Eis legen

Käufer energiesparender Kühlschränke sollen künftig mit einem Bonus von 150 Euro staatlich gefördert werden - doch führt der Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums wirklich zu einer ökologischen Entlastung? Warum die Subventionierung energiesparender Kühlschränke weder ökonomisch noch ökologisch Sinn.
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Die vom Bundeswirtschaftsminister eingesetzte Projektgruppe Energiepolitisches Programm (PEPP) hat ihr Konzeptpapier vorgelegt. Es sieht unter anderem vor, den Kauf eines besonders energiesparenden Kühlschranks mit einem Bonus von 150 Euro staatlich zu fördern.

Die Projektgruppe verspricht sich davon zum einen eine ökonomische Entlastung der Haushalte, die durch die hohen Energiepreise in Mitleidenschaft gezogen sind, und zum anderen eine ökologische Entlastung unserer Volkswirtschaft und einen entsprechenden Beitrag im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Möglicherweise spielte ja auch noch die Überlegung eine Rolle, mit einer solchen Subventionierung deutschen Herstellern unter die Arme zu greifen.

Schließlich kommen drei Viertel der energieeffizientesten Kühl- und Gefriergeräte aus Deutschland. Und vielleicht war zudem der Gedanke verlockend, in Anbetracht näher rückender Wahlen dem Volk ein handfestes und sichtbares Geschenk zu machen. Wenn es tatsächlich zutrifft, dass in Deutschlands Haushalten Gefriergeräte mit einem Durchschnittsalter von 17 Jahren und Kühlschränke von 14 Jahren existieren, könnten wohl viele Bürger die Neuanschaffungsprämie nutzen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will sich heute zu dem Papier äußern.

Man darf hoffen, dass er zumindest diesen Vorschlag nicht ernsthaft weiterverfolgen wird. Denn so schön und plausibel diese Subventionierung im ersten Moment klingen mag, sie eignet sich nicht für eine kluge und effiziente Verfolgung der vorgegebenen Ziele - weder für die ökologische noch für die ökonomische Entlastung. Es sprechen gute Gründe dafür, dass die vom Ökoinstitut Freiburg auf 260 Millionen Euro geschätzten Prämienzahlungen bei weitem nicht das bewirken, wonach es aussieht.

Zunächst zum ökologischen Aspekt: Die hohen Energiepreise mögen ökonomisch für die Haushalte ein noch so großes Ärgernis sein. Doch bewirken sie genau das, was ökologisch sinnvoll und notwendig ist, nämlich ein energiesparendes Verhalten. Wenn wir ehrlich sind, haben erst die massiven Preissteigerungen bei Strom, Benzin, Erdöl und Erdgas der letzten ein bis zwei Jahre wesentliche Teile der Bevölkerung dazu veranlasst, wirklich auf den Verbrauch zu achten und damit zu beginnen, in Energieeinsparung zu investieren.

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