So seh ich es
Chaos produziert keine Solidarität

Welche Probleme durch die Überalterung unserer Gesellschaft heraufziehen, dürfte mittlerweile allseits bekannt sein. Das betrifft unser Rentensystem, das auf einem umlagefinanzierten Generationenvertrag basiert, ebenso wie die steigenden finanziellen Anforderungen im Gesundheitswesen.

Welche Probleme durch die Überalterung unserer Gesellschaft heraufziehen, dürfte mittlerweile allseits bekannt sein. Das betrifft unser Rentensystem, das auf einem umlagefinanzierten Generationenvertrag basiert, ebenso wie die steigenden finanziellen Anforderungen im Gesundheitswesen. Und dass die Beibehaltung ihrer Finanzierungssysteme den Faktor Arbeit, an den die Beiträge der gesetzlichen Sozialversicherungen gekoppelt sind, noch stärker belasten und damit den Abbau der Arbeitslosigkeit erschweren, gehört inzwischen zum wirtschaftspolitischen Common Sense.

Diese Zusammenhänge sind inzwischen auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch neben jenen Mammutproblemen existiert noch ein dritter reformbedürftiger Bereich der Sozialversicherung, der immer wieder aus dem Blickfeld gerät: die Pflegeversicherung.

Der Sozialversicherungsexperte der SPD, Professor Karl Lauterbach, spricht bezüglich der Pflegeversicherung gerne vom "Minisystem". Er spielt damit bedauerlicherweise dessen Bedeutung herunter. Als wenn der kleine Bruder unter den Sozialversicherungen keiner sauberen Lösung bedürfe. Wer erst die voll ausgewachsenen Probleme bearbeiten möchte, muss sich nicht wundern, wenn er sie nicht mehr in den Griff bekommt.

Welche Sorgen uns die notwendige Umstellung auf eine Kapitaldeckung in der Rentenversicherung macht, ist ja schließlich bekannt. Warum sollen wir deshalb bei der Pflegeversicherung noch so lange warten, bis das "Minisystem" auf Grund der steigenden Zahl alter Menschen zu einem nicht mehr finanzierbaren "Maxisystem" wird und wir auch hier keine gerechte Lösung mehr hinbekommen?

Auch wenn die Öffentlichkeit diesbezüglich noch weitgehend von den Schreckensszenarien einer unterversicherten, pflegebedürftigen Seniorengesellschaft verschont geblieben ist, so veranlassen die vorliegenden Zahlen die Experten längst zu einer eindeutigen Warnung. Und diese lässt keine beschönigenden Interpretationsspielräume offen.

Seite 1:

Chaos produziert keine Solidarität

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%