So seh ich es
Der Euro als Sündenbock

Die Diskussion um einen Ausstieg aus der gemeinsamen Währung ist absurd und rückwärts gewandt und lenkt von den eigentlichen Problemen unseres Landes ab.

Mit einem Mal ist Europa ins Blickfeld der öffentlichen Diskussion und der Tagespolitik geraten. Doch leider hat die Europapolitik ihren Einzug ins Bewusstsein der Bevölkerung auf eine sehr negative Weise gefunden. Zuerst gab es den Abwehrreflex der befragten Menschen in Frankreich und den Niederlanden. Und jetzt auch noch eine Diskussion um die gemeinsame Währungsordnung. Der Euro steht plötzlich nach Ansicht einiger Wortführer unter dringendem Tatverdacht, Schuld an der Konjunkturkrise in Deutschland und weiterer EU-Mitgliedstaaten zu sein. In Italien werden bereits erste Ausstiegsphantasien öffentlich diskutiert und die Lira nostalgisch verklärt.

In Deutschland wurde auf Initiative von Peter Gauweiler sogar schon ein Gutachten erstellt, das völker- und europarechtlich eine Aufhebung der Währungsunion für machbar hält. Man sieht: Der Wahlkampf hat begonnen, und Europa ist diesmal als Thema ganz oben mit auf der Agenda.

Der Euro hatte ja schon immer nicht nur Freunde gehabt. Neben den Ewiggestrigen, die sich sowieso niemals von der geliebten D-Mark trennen wollten, gab es allerdings auch solche, die sachliche Argumente gegen eine verfrühte Währungsgemeinschaft anführten. In der Diskussion um die Einführung des Euros existierten seinerzeit zwei Lager. Diejenigen, die die gemeinsame Währung als Katalysator zur politischen Einigung sahen und deshalb auf eine frühe Einführung drängten. Und jene, die die Währungsunion erst als Krönung eines weitgehend abgeschlossenen politischen Einigungsprozesses anstrebten.

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