SO SEH ICH ES
Die kapitalistische Belegschaft

Eine Beteiligung der Mitarbeiter am Wert und Erfolg eines Betriebes kann die Interessen von Management, Anteilseignern und Arbeitnehmern ausgleichen.

Um Arbeitsplätze der deutschen Industrie wettbewerbsfähiger zu machen, hat es in letzter Zeit ja schon einige Anstrengungen gegeben. Die Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich wurde bereits vielerorts umgesetzt. Dies zeigt, dass unter dem Anpassungsdruck, den die einschlägigen Betriebe immer stärker spüren, sich doch etwas bewegen kann. Wir wissen aber auch, dass damit die arbeitsmarktpolitischen Sorgen längst nicht vom Tisch sind. Es bedarf weiterer Schritte.

Unsere Gesellschaft verlässt das klassische Industriezeitalter. Der Kampf um die entsprechenden Arbeitsplätze wird deshalb weitergehen. Man wird sich an das Bild der schrumpfenden Großindustriebetriebe in Deutschland gewöhnen müssen.

Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft eröffnen sich andere Arbeitsplätze. Diese werden im Durchschnitt sowohl flexibler und selbstständiger als auch wissensintensiver sein. Der klassische Arbeiterjob hingegen wird in Anbetracht der internationalen Konkurrenz für Investoren immer unattraktiver. Dies haben auch die Gewerkschaften gemerkt, und sie wissen, dass die alten Klassenkämpfe in dieser Situation nicht mehr jenen Erfolg bringen werden, den es in der Blütezeit der deutschen Fließbandindustrie einmal gab.

Das alles war vorhersehbar. Und kluge Köpfe haben bereits vor Jahrzehnten darauf hingewiesen, dass die Arbeiterschicht aus ihrer typischen Rolle, die mit Beginn der industriellen Revolution bereits ihre Konturen bekam, langsam herauswachsen muss. Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft beinhaltet alles, was man dazu benötigt. Nicht der Aspekt der Umverteilung von Einkommen ist eigentlich das Besondere an unserem ordnungspolitischen Leitbild. Das haben andere marktwirtschaftliche Demokratien auch. Sondern die besondere Präferenz gegenüber vermögensbildenden Maßnahmen für Arbeiter und Angestellte sollte die Abhängigkeit von den Kapitalisten verringern.

Diesem Zweck sollte auch eine Bildungsförderung über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg dienen. Nicht nur Bildung um ihrer selbst willen, sondern auch zum Aufbau von Humanvermögen, dem wirtschaftlichen Aktivposten, der zwar nach wie vor in keiner Bilanz auftaucht, der aber immer deutlicher zum alles entscheidenden wirtschaftlichen Faktor wird. Durch eine intensive Schulbildung sollten auch Kinder aus einfachen und mittellosen Familien dem ewigen Arbeiterschicksal entfliehen können und für die Gesellschaft gleichzeitig ein hochproduktives Mitglied werden. Jeder so gut, wie er kann und will.

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