So seh ich es: Eine Option für alle

So seh ich es
Eine Option für alle

Man kann wohl gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass in einer Wettbewerbsgesellschaft das Unternehmertum das zentrale Element ist. Und um gleich beliebten und die Diskussion vergiftenden Vorurteilen zu begegnen: Mit "Unternehmern" ist keine gesellschaftliche Klasse gemeint und auch nicht diejenigen, welche die Berufsbezeichnung Manager oder Topmanager tragen.

Auch sollte für unternehmerische Selbstständigkeit das persönliche Vermögen kein Kriterium sein. Es ist weder hinreichend noch notwendig. Hingegen sind ein gewisses wirtschaftliches Geschick und die Bereitschaft, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen, entscheidend. Unternehmerische Selbstständigkeit reicht vom Gemüsehändler und Friseur über den Tierarzt und den Makler bis zum innovativen Start-up in der Biotech-Branche.

Wer heute über Arbeitsplätze und Arbeitslosigkeit spricht, sollte weniger denn je in den Kategorien von riesigen Industriebetrieben und deren sicheren Arbeitsplätzen denken. Unternehmerische Selbstständigkeit darf in einer Dienstleistungsgesellschaft nicht mehr als Möglichkeit für Ausnahmetalente gelten. Sie muss vielmehr für eine Mehrzahl unserer Bürger zumindest eine latente Option sein. Je weniger Mitglieder der Gesellschaft sich darauf verlassen, durch die Initiative einer ihrer Mitbürger einen Arbeitsplatz mit allen Sicherheiten und Regelmäßigkeiten zur Verfügung gestellt zu bekommen, desto weniger Arbeitslose wird es geben. Große Industriebetriebe werden zwar nicht völlig verschwinden, doch werden sie immer weniger eine Stütze der Beschäftigung sein.

Dementsprechend heißt Unternehmertum fördern also, insbesondere den Kleinunternehmern und solchen, die es werden wollen, Chancen zu eröffnen - Existenzgründern ebenso wie Expansionswilligen. Ich habe vor kurzem bereits auf die steuerlichen Entlastungsmöglichkeiten für den Mittelstand hingewiesen. Darüber hinaus sehe ich insbesondere drei Aspekte als wesentlich für eine effektive Förderung des Unternehmertums: Abbau der Bürokratie, ausreichende Kapitalversorgung und Erhöhung der Bereitschaft, unternehmerisch tätig zu werden.

Die hohen bürokratischen Hemmnisse sind ein wirtschaftspolitisches Dauerthema. Sie reichen von der übergebührlichen Einschränkung unternehmerischer Entscheidungsfreiheit bis hin zu hohen finanziellen Aufwendungen für die Bewältigung und Einhaltung unzähliger Vorschriften. Nicht umsonst ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach in seiner jüngsten Umfrage, dass die Bevölkerung mit 83 Prozent den größten Belastungsfaktor der deutschen Wirtschaft in "zu viel Bürokratie und zu vielen Gesetzen und Verordnungen" sieht. Da mag die Bundesregierung noch so sehr beteuern, was sie diesbezüglich alles unternehme. Tatsache ist, dass der Befreiungsschlag bislang ausblieb. Im Gegenteil: Unter Federführung der Grünen schleicht sich zunehmend ein ökologischer Bürokratismus ein, der den Handlungsspielraum in wichtigen Feldern wie etwa der Gentechnologie unannehmbar verengt.

Aber wer über Existenzgründungen und Erweiterungsinvestitionen des überwiegend eigenkapitalschwachen Mittelstandes spricht, muss auch über die Verfügbarkeit von Wagniskapital sprechen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass derjenige, der etwas Neues auf den Markt bringen will oder neue Herstellungsverfahren einführen möchte, nicht automatisch über das notwendige Kapital verfügt. Er ist darauf angewiesen, Geldgeber von seiner Idee zu überzeugen.

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