So seh ich es
Einwanderungsland Deutschland

Immer mehr Deutsche, vor allem jungen Leute, wandern aus. Gerade gut ausgebildete Akademiker suchen ihr Glück im Ausland. Doch es schwinden nicht nur die Fachkräfte, die Geburtenrate ist insgesamt zu niedrig, um weiter Wachstum zu ermöglichen. Die Lösung für diese Probleme lautet schlicht Einwanderung.
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Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im vergangenen Jahr 639 000 Menschen Deutschland verlassen. Ein knappes Viertel unter ihnen, 155 000, sind Deutsche. Das waren 11 000 Auswanderer mit deutscher Staatsangehörigkeit mehr als im Jahr zuvor.

Man kann aus diesen Zahlen zwar nicht gleich einen rasanten Trend zur Auswanderung ablesen. Ebenso wenig können sie, allein für sich genommen, einen so genannten "Braindrain", also die Abwanderung der klügsten Köpfe, belegen. Doch es kann auch nicht beruhigen, wenn das Bundesinnenministerium beschwichtigt, dass Deutschland mit einem Wanderungsüberschuss von 4,1 Prozent bei Akademikern "nicht zu den Nettoverlierern der internationalen Mobilität" zählt. Maßstab und Ziel müssen auf Grund der vorliegenden Datenlage andere sein.

Im Bundesinnenministerium weiß man natürlich, dass sich da ein Problem anbahnt, und zieht nach neuesten Meldungen endlich eine weitere Öffnung des Arbeitsmarktes für ausländische Zuwanderer in Erwägung. Diese ist längst überfällig und steht zudem sachlich eigentlich niemandes Interesse entgegen. Es besteht deshalb die Hoffnung, dass die Regierungsparteien trotz zunehmender Auseinandersetzungen in der Koalition in dieser Angelegenheit noch eine gemeinsame Aufgabe sehen und sich auf eine durchgreifende Änderung einigen.

Aktueller Anlass zu der Reforminitiative sind der zunehmende Mangel an hoch qualifizierten Fachkräften und die Tatsache, dass dieser Mangel auf Grund der lange anhaltenden niedrigen Geburtenraten von mittlerweile nur noch 1,3 Kindern pro Frau noch gravierender wird. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird die Bevölkerung hier zu Lande um etwa zehn Prozent schrumpfen. Da ist zunächst jeder teuer ausgebildete junge Akademiker, der sich dazu entschließt, Deutschland dauerhaft den Rücken zu kehren, schmerzlich.

Gerade in den jüngeren Altersgruppen, auf die sowohl die Wirtschaft als auch die umlagefinanzierten Sozialversicherungen dringend angewiesen sind, war der Wanderungssaldo nach Aufschlüsselungen der Zahlen aus dem Jahr 2005 negativ. Unter dem Strich verließen 5 860 Deutsche im Alter von 25 bis 30 Jahren und 5 429 zwischen 30 und 35 Jahren das Land. Positiv war der Saldo nur bei unter 20- und über 50-Jährigen.

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