So seh ich es
Für eine bessere Welt

Der G8-Gipfel in Heiligendamm wird zwar nicht alle Probleme und Ungerechtigkeiten in der Weltordnung beseitigen. Doch er gehört zu jenen Institutionen, die den Prozess einer globalen Rahmengesetzgebung zum Wohl der gesamten Weltbevölkerung vorantreiben. Das darf bei aller Grundskepsis nicht vergessen werden.
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Gewaltsame Proteste, gleichgültig wogegen, widersprechen den Prinzipien unseres Gesellschaftssystems und im Übrigen auch den angeblichen Idealen derer, die jetzt randalieren. Doch jenseits dieser gewalttätigen Globalisierungsgegner existiert auch in der breiten Öffentlichkeit eine hohe Grundskepsis gegenüber dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen (G8) in Heiligendamm.

Für viele Bürger scheint dem Treffen an sich schon etwas Fragwürdiges anzuhaften. Es liegt zunächst einmal in der Natur der Sache, dass der Gipfel in der Bevölkerung eher auf Widerstand denn auf Zustimmung stößt. Die äußeren Signale, die eine solche Mammutkonferenz ausstrahlt, sind auf den ersten Blick ja durchaus eher unsympathisch, weil sie viel mit Ein- und Ausschluss zu tun hat. Zum einen sind da die hohen Zäune und die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der ansässigen Bürger. Zum anderen ist das Treffen exklusiv für die acht wichtigsten, das heißt weitestgehend reichsten Industriestaaten. Da kommt leicht ein Verdacht der Verschwörung auf.

Nun sollten die Bürger zwar keinesfalls unkritisch oder gar desinteressiert mit dem Gipfeltreffen umgehen. Doch sollte man auch nicht zu leichtfertig von dem Exklusivitätsrahmen auf eine Verschwörung mit negativen Folgen für die Ausgeschlossenen rückschließen. Man darf nicht vergessen, dass die Teilnehmer demokratisch legitimiert sind. Sie werden sich in ihren Beschlüssen den globalen Interessen, aber natürlich auch den Interessen der Bürger, die sie vertreten, verpflichtet fühlen.

Schon deshalb stehen die Interessen der durch die acht Regierungen vertretenen Bürger keinesfalls im Widerspruch zu den Interessen der Menschen aus jenen Staaten, die keine Mitglieder der Konferenz sind. Man kann stattdessen davon ausgehen, dass ein G8-Gipfel zwar nicht alle Probleme und Ungerechtigkeiten in der Weltordnung beseitigen wird. Doch er gehört zu jenen Institutionen, die den Prozess einer globalen Rahmengesetzgebung zum Wohl der gesamten Weltbevölkerung vorantreiben.

Dieser Zusammenhang wird vielleicht nirgendwo deutlicher als bei dem Thema Klimaschutz, das für die Menschen aktuell der wichtigste Tagesordnungspunkt ist und daher die Berichterstattung weitestgehend beherrscht. Klimaschutz ist von der Sache her eine globale Angelegenheit, von deren Gelingen ebenso alle Menschen profitieren würden: die Bürger in den G8-Mitgliedstaaten ebenso wie jene in den ärmsten Entwicklungsländern.

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