SO SEH ICH ES
Optimisten an die Front

Erinnern Sie sich noch an die Heuschrecken-Diskussion, die SPD-Chef Franz Müntefering vor einigen Monaten vom Zaun gebrochen hat?
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Es ist sehr ruhig um diese neue Bedrohung Deutschlands geworden. Im Gegenteil: Im Wahlkampf weisen der Kanzler und seine Partei immer öfter darauf hin, welch großes Vertrauen die internationalen Finanzinvestoren dem Standort Deutschland entgegenbringen würden und dass dies ein Beweis für die Leistungsfähigkeit von Politik und Wirtschaft sei. Und seit in der letzten Woche der "Economist" zunehmende Anzeichen dafür sah, dass vor allem Deutschlands Exportwirtschaft als Folge vernünftiger Lohnzurückhaltung und wachsender Reformbereitschaft im europäischen und internationalen Vergleich wieder wettbewerbsfähiger werde, geht der Kanzler mit dieser Aussage direkt auf die Wahlkampfkundgebungen.

Die Mahnung des "Economist", den Reformeifer jetzt aber noch zu verstärken, nutzt hingegen die Opposition für den Hinweis, dass gerade die Unfähigkeit der Regierung, für den Fortgang der Reformen zu sorgen, der Anlass für die Neuwahlen sei und der "Economist" eigentlich einen Regierungswechsel empfehle.

Dankbar müssen wir unseren britischen Freunden dafür sein, dass wir jetzt das richtige Wahlkampfthema haben: den Umbau der verkrusteten Deutschland AG in eine dynamische, innovative Volkswirtschaft, deren Wachstum uns und unseren Kindern wieder selbst erarbeitete Zukunftschancen ermöglicht. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass sich das internationale Kapital wieder mehr und mehr für die Investitionsmöglichkeiten in unserem Land interessiert. Und gerade in der Phase, in der viele Finanzinstitute in Deutschland an den Folgen der krisenhaften Erscheinungen an den Kapitalmärkten litten, waren es die Hedge-Fonds, die notleidende Kredite und Immobilienpakete auf dem deutschen Markt aufkauften und damit neue Bewegungsspielräume schufen.

Jetzt, da wir noch immer über die restriktive Kreditvergabe als Folge von Basel II klagen, sind es wieder die Private-Equity-Firmen und Hedge-Fonds, die aktiv werden. Wir können beobachten, wie sich solche großen Investoren, die das Geld für ihre Fonds weltweit bei Pensionsfonds und anderen Kapitalsammelstellen holen, dem deutschen Mittelstand zuwenden und die von uns allen schon lange beklagte dünne Eigenkapitaldecke der Firmen durch die Einlage von echtem Eigenkapital oder durch Finanzierungen mit Eigenkapitalcharakter beseitigen. Dabei entscheiden weniger die Sicherheiten als die Zukunftschancen.

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