So seh ich es
Produktivität ohne Arbeit?

Die vermeintlichen Siege der Gewerkschaften in den letzten Jahrzehnten gingen auf Kosten des schwächsten Teils der eigenen Klientel.

Auch wenn die Hartz-Gesetze notwendig sind, sie werden nicht ausreichen. Trotz der Widerstände, die selbst diese noch unzureichenden Reformschritte hervorrufen, sollte das einst verkündete Hauptziel der Maßnahmen sowie der gesamten Regierungsanstrengungen nicht vergessen werden: die Halbierung der Arbeitslosenquote.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist, dass in Sachen Arbeitszeitverlängerung der Stein ins Rollen gekommen ist. Um es jedoch klar zu sagen: Es geht nicht darum, durch Verbilligung der Arbeitskräfte wieder Weltspitze zu werden. Diese erreichen wir nur, indem wir an der Innovationsfront eine Hauptrolle spielen, was unter anderem bedeutet, dass wir weit mehr für Bildung und Forschung tun müssen als bisher. Nur so können auch hoch produktive Arbeitsplätze entstehen, die mit hohen Gehältern verbunden sind und die nicht beliebig ins billigere Ausland verlagert werden können.

Doch selbst wenn wir diesen Teil der Hausaufgaben erfüllt hätten - wovon wir bekanntlich noch weit entfernt sind -, bliebe die Frage, was mit all denjenigen Arbeitskräften passiert, die mit der hohen Produktivität der innovativen Branchen nicht mithalten können. Menschen weiter in die Arbeitslosigkeit zu drängen, um sie dort mit den Geldern der noch Arbeitenden zu alimentieren, kann nicht die Lösung sein.

Wir benötigen stattdessen auch im unteren Lohnbereich, in dem die Arbeitsproduktivität eben nicht so hoch ist, die Möglichkeit, Menschen lukrativ zu beschäftigen. Doch nur wenn sich in den einschlägigen Industrien die Lohnforderungen am unteren Ende der Arbeitsproduktivität, also an den Schwächeren orientieren, wird es für Arbeitgeber wirtschaftlich sinnvoll sein, Arbeitsplätze zu erhalten oder sogar neu zu schaffen.

Ein Blick über den Ozean hilft, die eigene Lage besser zu beurteilen. Die USA haben gerade eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent ermittelt - nur fast die Hälfte der deutschen Kennziffer. Die USA sind also dort, wo wir hin wollen. Seit Jahresbeginn sind in den Vereinigten Staaten ganze 1,4 Millionen neue Jobs entstanden. Bezogen auf die Einwohnerzahl der Bundesrepublik, wären das weit über eine halbe Million neue Arbeitsplätze in nur sechs Monaten - eine für uns unvorstellbare Zahl.

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