So seh ich es
Wir benötigen handfeste Investitionen

Die Finanzkrise verschont die Realwirtschaft nicht, das Wirtschaftswachstum schwächelt und die Zahl der Arbeitslosen steigt an. Das Staat sollte darum einfach Förderprogramme für die Wohnungswirtschaft entwickeln, um schnell Wirkung zu erzielen.
  • 0

Die zunehmende Gewissheit darüber, dass die Finanzkrise die Realwirtschaft nicht verschont, das Wirtschaftswachstum stark geschwächt wird und die Zahl der Arbeitslosen wieder anzusteigen droht, schürt die Fantasie über Konjunkturprogramme. Und weil man sich ja mit dem Hilfepaket für die Banken an gigantische Größenordnungen gewöhnt hat, soll nach Meinung einiger politischer Akteure nun auch ein umfassendes Konjunkturpaket geschnürt werden.

Noch vor wenigen Wochen waren sich die meisten politischen Kräfte - die Experten ohnehin - darüber einig, dass die Nettoneuverschuldung endgültig gestoppt werden muss und wir den kommenden Generationen keinen solchen Schuldenberg hinterlassen dürfen. Jetzt ist so mancher schon wieder bereit, für ein umfassendes Konjunkturspektakel jeden Kredit aufzunehmen.

Vergessen sind die typischen keynesianischen Fehlschläge der Vergangenheit, wo die Wirkung häufig verpuffte oder sich erst einstellte, als die Konjunktur sich bereits wieder gedreht hatte. Vergessen ist die Tatsache, dass die Kredite zur Finanzierung von kurzfristig angelegten Konjunkturprogrammen - obwohl im keynesianischen Konzept gefordert - bei guter Konjunktur niemals zurückgeführt wurden. Vergessen wird schließlich auch, dass eine staatliche Unterstützung ausgewählter Industrien wieder enorme Ungerechtigkeiten gegenüber vielen kleinen und mittleren Betrieben sowie den nicht geförderten Wirtschaftszweigen ins System brächte. Wir dürfen jetzt nicht kopflos den gesamten Unsinn vergangener Jahrzehnte wiederholen. So lässt sich keine Aufbruchstimmung herstellen.

Eine allgemeine Steuersenkung wiederum, wie sie etwa der Wirtschaftsminister fordert, war vor der Krise zwar angebracht. Als Konjunkturprogramm taugt sie hingegen nicht. Die Ungewissheit über die Zukunft erscheint den Bürgern hoch, das Vertrauen in die Wirtschaft ist gering. Da werden die Deutschen ein höheres Nettoeinkommen gewiss nicht ausgeben, sondern sparen. So lässt sich die Wirtschaft also nicht ankurbeln. Ebenso wenig kann der Ansatz überzeugen, den Kauf energiesparender Geräte oder sogar Autos steuerlich zu fördern. Konjunkturpolitisch spricht hauptsächlich dagegen, dass solche Fördergelder nur zum Teil den deutschen Arbeitsmarkt erreichen würden.

Seite 1:

Wir benötigen handfeste Investitionen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%