So seh ich es
Wir brauchen mehr Engagement

Das Konzept der Hauptschule ist reformbedürftig - Der Schulabschluss muss inhaltlich mehr Gewicht erhalten. Denn trotz der guten Konjunktur der letzten Jahre gibt es nach wie vor ein strukturelles Problem bei der Lehrstellenvermittlung.
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Von Wirtschaftsverbänden, Unternehmern und Freiberuflern ist seit langem zu hören, dass viele der Bewerber nicht mehr die nötigen Voraussetzungen mitbrächten. Vor diesem Hintergrund verabschiedete der Deutsche Bundestag mit den Stimmen der Großen Koalition jetzt ein Gesetz, auf dessen Grundlage die Bundesagentur für Arbeit Unternehmen einen sogenannten "Ausbildungsbonus" zwischen 4 000 und 6 000 Euro pro Lehrstelle für benachteiligte Jugendliche zahlt, um die Altbewerber, deren Zahl mittlerweile auf 380 000 gestiegen ist, doch noch vermitteln zu können.

Doch die Maßnahme mag bestenfalls in Einzelfällen helfen. Sie wird hohe Mitnahmeeffekte haben und setzt nicht an der Ursache des Problems an.

Am schwersten sind Jugendliche zu vermitteln, die keinen Schulabschluss haben. Das sind nicht gerade wenige. Dem soeben erschienenen zweiten Bundesbildungsbericht zufolge verließen 2006 rund 76 000 Jugendliche die Schule, ohne wenigstens einen Hauptschulabschluss in der Tasche zu haben. Zwar holten viele den Abschluss später nach, doch bei 2,4 Prozent der Jugendlichen im Alter von 18 bis 24 Jahren blieb es dabei. Jetzt fordert Bundesarbeitsminister Olaf Scholz, die Bundesagentur für Arbeit solle jedem Arbeitslosen die Möglichkeit geben, den Hauptschulabschluss nachzuholen.

Scholz verlangt sogar einen Rechtsanspruch darauf. Nun wäre gewiss nichts gegen einen solchen Rechtsanspruch einzuwenden, wenn er geeignet wäre, die Bildungsschwächsten wieder ins Boot zu holen. Doch selbst mit Hauptschulabschluss sind die Chancen auf einen Job allgemein verheerend. 50 Prozent haben dem Bildungsbericht zufolge auch 13 Monate nach Beendigung der Schule immer noch keine Lehrstelle gefunden, und selbst nach 30 Monaten waren es noch 40 Prozent.

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