So seh ich es
Wohlstand braucht Bildung

Das 480 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die Banken ist gewiss eine Belastung. Und doch dürfen wir nicht vergessen, dass sich die gewaltige Summe nur auf die Vergangenheit bezieht. Die Zukunft kaufen wir damit nicht ein.
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Die Finanzkrise kann hoffentlich auf absehbare Zeit damit überwunden werden, die alten Herausforderungen aber bleiben bestehen. Ohne entsprechende Wachstumsraten wird es nicht gelingen, den Status quo unseres Wohlstands zu bewahren.

Von zentraler Bedeutung für Wachstum - das ist unstrittig - ist der Faktor Bildung. Auch die Bundesregierung weiß das. Und sie weiß gewiss ebenso, dass die sozialen Probleme, die sich etwa in Form einer rasant zunehmenden Einkommensschere bemerkbar machen, sinnvoll und nachhaltig nur über eine verbesserte Bildungspolitik gelöst werden können. Nur sie verhindert, dass ein Teil der Bevölkerung obligatorisch als nicht vermittelbar abgehängt wird und alimentiert werden muss.

Die Kanzlerin hat in Kenntnis um seine strategische Bedeutung bereits weit vor der Finanzkrise das Thema Bildung zur Chefsache erklärt. Heute ist der Tag des lange ersehnten Bildungsgipfels gekommen. Unter dem Titel "Aufstieg durch Bildung" will Bundeskanzlerin Merkel gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder - denn Bildung ist bekanntlich Ländersache - über die Möglichkeiten einer echten Bildungsinitiative beraten.

Die Gefahr, die sich vor dem Hintergrund der Finanzkrise jedoch abzeichnet, ist, dass eine spürbare Veränderung der Bildungspolitik abermals an der Aufbringung der dazu notwendigen finanziellen Mittel scheitert. Die Kanzlerin wird nach dem Finanzkompromiss, bei dem sie auch den Ländern eine kräftige Beteiligung abringen musste, alle Mühe haben, ihnen weitere Milliardenzusagen zu entlocken. Zudem fehlt ihr verfassungsgemäß die Zuständigkeit für Bildungspolitik.

Es ist also zu befürchten, dass die Politik hier nicht mit der lobenswerten Schnelligkeit und Einigkeit wie bei der Finanzkrise vorgehen wird. Eine erneute Opferung einer zukunftsorientierten Politik sollten die Verantwortlichen jetzt unbedingt vermeiden. Vielmehr könnte das Gute, im Sinne einer nachhaltigen Investition des Staates, mit dem Nützlichen, im Sinne eines auch kurzfristig spürbaren Investitionsimpulses, verbunden werden.

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