So seh ich es
Zukunft durch Erfahrung

Dass die Rentenkasse keine feste Größe mehr ist, mit der man seinen Wohlstand im Alter sichern kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Die Menschen fangen an, auf diese Tatsache mit neuen Strategien zu reagieren. Das ist gut so. Zwar schränken private Absicherungen für morgen den privaten Konsum heute zwangsläufig etwas ein, doch gibt es hierzu keine Alternative.

Erst recht macht da die Frühverrentung keinen Sinn. Nicht nur, dass auf der Grundlage des Generationenvertrags Menschen zum Teil erheblich früher als notwendig der arbeitenden Bevölkerung zur Last fallen, sondern sie tragen mit der Verkürzung ihrer Lebensarbeitszeit auch weniger dazu bei, die wirklich Alten zu versorgen.

Seit 1973 konnten Arbeitnehmer zunächst ohne Abzüge bei ihren Rentenansprüchen vorzeitig in den Ruhestand gehen. Damals hat man sich von dieser Maßnahme einen Abbau der Arbeitslosigkeit versprochen. Manche tun das noch heute. Schaut man sich losgelöst von anderen Zusammenhängen die Situation auf dem Arbeitsmarkt an, dann klingt es ja auch plausibel: Für die Erhaltung unseres Wohlstands sei - volkswirtschaftlich betrachtet - eine bestimmte Menge an Arbeit notwendig. Warum sollte dann derjenige, der schon mehrere Jahrzehnte hart gearbeitet hat, nicht in Rente gehen, damit im Nachrückverfahren wieder ein Arbeitsplatz für einen jungen Lehrling, Hochschulabsolventen oder sonstigen jungen Arbeitsplatzsuchenden frei wird?

Ein guter Handel für beide, Jung wie Alt, quasi eine Neuauslegung des Generationenvertrags. Da könnten wir ja gleich eine Frühverrentungsquote einführen, die sich nach der Arbeitslosenquote der Menschen richtet, die - sagen wir - jünger als 40 Jahre sind. Demnach würden die meinetwegen 1,2 Millionen ältesten Arbeitnehmer der Republik zur Frühverrentung zugelassen, worauf dann die gleiche Anzahl von jungen Arbeitslosen automatisch in die Erwerbstätigkeit nachrückt.

Natürlich ist das Unsinn. Nichtsdestotrotz sind Milchmädchenrechnungen dieser Art beliebt. Hier wird ein einfacher Zusammenhang vorgegaukelt, der nur Gewinner kennt. Doch ein derartiges statisches Modell, in dem nicht einmal die Qualifikationen sowohl der Arbeitssuchenden als auch der Frührentner eine Rolle spielen, ist unrealistisch und systeminkompatibel.

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