So sportlich war die Oberklasse aus Stuttgart noch nie
Mercedes setzt mit E-Klasse neue Maßstäbe

Im März kommt die neue Mercedes E-Klasse auf den Markt. Sie soll wieder den Maßstab in der Oberklasse setzen und Mercedes-typische Tugenden mit deutlich mehr Sportlichkeit verbinden.

VALENCIA. Kein anderes Auto hat seit 1995 in der Oberklasse bei den Geschäftskunden einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen wie die E-Klasse von Mercedes. 90 % der durchweg 220 000 Mal pro Jahr verkauften Exemplare sind als Dienstwagen registriert. Damit ist die mittlere Mercedes-Baureihe weltweit der Marktführer in diesem Segment.

Doch der Erfolg hat seine Schattenseiten. Das vermeintlich unerschütterliche Mercedes-Image hat in den vergangenen Jahren Kratzer abbekommen. Denn einige Produkte wurden den hohen Qualitätsansprüchen der Marke nicht gerecht - A-Klasse, M-Klasse und selbst die so gepriesene E-Klasse mussten Federn lassen. Gleichzeitig holten die Konkurrenten BMW und vor allem Audi mächtig auf.

Das alles waren Gründe für Pkw-Vorstand Jürgen Hubbert, seiner Entwicklungsmannschaft bei der E-Neuauflage alles abzuverlangen. Mit Investitionen von 2 Mrd. Euro entstand ein Auto, dessen Strahlkraft der Konkurrenz wie ein Manifest vorkommen muss. Denn die neue Limousine definiert in dieser Klasse wieder die Standards, legt alte Schwächen ab und schwingt sich formal zu einer sportlich-eleganten Erscheinung auf.

Innovationen, die keine andere Automobilmarke bietet, gehen mit der neuen E-Klasse in Serie oder sind erstmals in dieser Fahrzeugklasse lieferbar. Dazu zählt das von Mercedes-Benz entwickelte elektrohydraulische Bremssystem "Sensoric Brake Control", das zur Serienausstattung gehört. Weltpremiere feiert auch ein neuartiger Sitz, der sich automatisch durch Zu- oder Abnahme der Seitenwangenpolsterung der jeweiligen Fahrsituation anpasst. Die aus der S-Klasse bekannte, weiterentwickelte Luftfederung "Airmatic" sorgt für vorbildlichen Fahrkomfort.

Vor allem die Airmatic katapultiert die E-Klasse in eine neue Dimension der Fahrdynamik. Waren es bisher vornehmlich die AMG-Modelle, die einen Mercedes auf ein sportliches Niveau zu heben vermochten, so lässt sich etwa das Topmodell E500 mit Luftfederung derart sportlich und mit einer Leichtigkeit durch Kurven bewegen, dass selbst BMW-Fahrer schwach werden könnten. Eine Mikroelektronik steuert gleichzeitig Federung und Dämpfung. Sensoren erfassen Fahrbahnzustand und Fahrweise, so dass die Airmatic Stoßdämpferkraft und Federrate den Gegebenheiten stets optimal anpasst. Damit löst das System (Serie beim V8, ansonsten auf Wunsch erhältlich) den Zielkonflikt zwischen perfektem Komfort und hoher Fahrdynamik.

Dass beim neuen Mercedes E die passive Sicherheit groß geschrieben wird, bedarf nicht der besonderen Erwähnung. Auch das Angebot leistungsstarker Benziner (zwei V6 und ein V8 von 177 bis 306 PS) und Dieselmotoren (Vier- und Fünfzylinder mit 150 und 177 PS) durfte man erwarten.

Umso bemerkenswerter ist es, wie perfekt es Designer und Konstrukteure hinbekommen haben, der neuen E-Klasse formal wie qualitativ jene Ästhetik mitzugeben, die beim Vorgänger noch vermisst wurde. Durch die konsequente Neugestaltung des Hecks sowie Feinschliff am Vieraugengesicht (die Scheinwerfer sind nicht mehr rund sondern leicht oval) bilden Bug und Heck nun endlich eine harmonischen Einheit, verbunden durch die Fahrgastzelle, die mehr an ein Coupè, denn an eine Limousine erinnert. Gleichzeitig verhelfen längerer Radstand und größere Spurweite der E-Karosse zu besseren Proportionen. Sie steht jetzt breiter und bulliger auf der Straße, was den sportlichen Anspruch auch optisch unterstreicht.

Im Interieur genießt der Betrachter in erster Linie den Eindruck von ausgesuchter Qualität. Hier sitzt alles passgenau, hier wurde mit viel Liebe zum Detail jene Präzision erreicht, die wieder Mercedes-typisch ist, die aber in der Vergangenheit nicht immer Standard war. Die mit hochwertigen Materialien nur so gespickte Instrumententafel zeichnet sich durch eine geschlossene Linienführung aus, die jetzt auch den aus der S-Klasse bekannten Doppelschwung beinhaltet. Keine Frage: Der Stern ist zurück auf der Überholspur. Wie lange, wird sich zeigen.

Für Mercedes-Chef Jürgen Hubbert jedenfalls ist die E-Klasse das Herz der Marke. Dass sich die ab 35 264 Euro erhältliche Neuauflage jetzt in Höchstform präsentiert, scheint aber in Anbetracht der ebenfalls mit neuen Modellen in den Startlöchern stehenden Konkurrenz nur zu selbstverständlich. Schließlich will Mercedes-Benz die Marktführerschaft in diesem Segment nicht nur verteidigen, sondern sogar noch ausbauen.

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