Softmatic vor dem Aus

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Softmatic vor dem Aus

Mit dem Softwareunternehmen Softmatic hat in diesem Jahr bereits das zweite Unternehmen am Neuen Markt Insolvenz beantragt.

rtr NORDERSTEDT. Softmatic habe Altverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nicht mehr bedienen können, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Claes der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, ohne die Höhe dieser Schulden nennen zu wollen. Gespräche mit Investoren seien zu keinem Abschluss gekommen. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit habe Softmatic daher beim Amtsgericht Norderstedt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Softmatic-Aktie brach ein.

Weitere Rettungsbemühungen des Vorstands

Claes zufolge sind die operativen Einheiten wie die Tochter Systec von dem Antrag auf Insolvenz zunächst nicht betroffen. Derzeit gebe es in den operativen Einheiten noch 170 Mitarbeiter, die Holding beschäftige vier Angestellte. Überlegungen zum Personalabbau gebe es, dieser werde aber nicht drastisch ausfallen. "Der Vorstand ist weiter bemüht, Investoren zu finden und frisches Kapital in die Firma zu holen", sagte Claes.

Das 1984 gegründete Unternehmen hatte für die ersten neun Monate 2001 einen Umsatz von 37,1 (Vorjahr: 54,8) Mill. ? und einen operativen Verlust von 18,7 (27,8) Mill. ? ausgewiesen. Für das Gesamtjahr war Softmatic zuletzt von einem Umsatz von 51 Mill. ? bei einem Verlust vor Steuern und Abschreibungen im einstelligen Millionen-Bereich ausgegangen. Im November hatte Softmatic mit einer umfassenden Neuorganisation begonnen, nach der es bei der Firma künftig mehr Niederlassungen bei weniger Tochtergesellschaften geben sollte. Softmatic wolle als Holdingdach ohne operative Aufgaben fungieren, hatte es geheißen. Softmatic war im Juni 1999 an den Neuen Markt gegangen.

Lange Liste insolventer Unternehmen

Erst am Dienstag hatte der im Nemax 50 gelistete Telekom-Dienstleister Carrier1 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Eine Entschädigung der Aktionäre und die Zahlung fälliger Zinsen an Anleihebesitzer hatte Carrier1 jedoch ausgeschlossen. Der Hersteller von Computerzubehör Elsa hatte am Donnerstag mitgeteilt, nach der Kündigung von Kreditlinien durch sieben Banken, zu prüfen, ob die Voraussetzungen zur Stellung eines Insolvenzantrages gegeben sind. Im vergangenen Jahr hatten am Neuen Markt 18 Unternehmen Insolvenz beantragt. Die Deutsche Börse kann insolvente Firmen vom Neuen Markt ausschließen. Die Softmatic-Aktie fiel am Nachmittag über 45 % auf 0,20 ?. Ende Februar 2000 hatte sie ihren Höchststand bei über 32 ? verzeichnet.

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