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Software AG kann vorerst keine Prognose abgeben

Innerhalb von wenigen Wochen hat die Software AG aus Darmstadt ihre Prognosen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs zum zweiten Mal gesenkt. Das Unternehmen sieht sich zudem außer Stande, eine Prognose für das gesamte 2002 abzugeben. Bei einer Telefonkonferenz sagte Vorstandsvorsitzender Erwin Königs, dass zunächst die Ursachen für den erwarteten Einbruch von Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2002 geprüft werden soll.

vwd DARMSTADT. Fest stehe aber schon jetzt, dass die Anfang des Jahres genannten Schätzungen für das Gesamtjahr nicht erfüllt werden können. Inmitten von kritischen Analystenkommentaren brach der Aktienkurs daraufhin um rund 30 Prozent auf ein Allzeittief von 12,88 EUR ein. Die neuerliche Gewinn- und Umsatzwarnung wirft nach Ansicht von Beobachtern die Frage auf, ob es in der Gesellschaft ein funktionierendes Controlling gibt.

Erst am 5. März hatte das Unternehmen seine Ergebnis- und Umsatzprognose für das erste Quartal zurückgeschraubt. Die erneut gesenkten Erwartungen begründete das Softwarehaus in seiner Ad-hoc-Mitteilung vom Montagabend damit, dass Kunden eine Reihe von größeren Geschäftsabschlüssen, die für den März fest eingeplant gewesen seien, überraschend verschoben hätten.

Unter den Kunden sei eine große Zurückhaltung bei IT-Investitionen festzustellen, die bei der Software AG zu einer ungewöhnlich starken Verschiebung von Projekten aller Größenordnungen, in allen Regionen und Produktsegmenten geführt habe. Die Software AG habe sich somit, anders als im vergangenen Jahr, im laufenden Geschäftsjahr nicht von der anhaltend schwachen Marktverfassung abkoppeln können.

Nach aktueller Einschätzung geht das Unternehmen für das erste Quartal von einem EBITDA zwischen zwei und drei Prozent vom Umsatz aus. Im Vorjahr hatte es nach Restrukturierungsaufwendungen bei ein Prozent gelegen. Unter Berücksichtigung der planmäßigen Goodwill-Abschreibung werde die Software AG ein Nettoergebnis von minus 1,5 Millionen Euro ausweisen. Das Unternehmen erwartet nach einer ersten Konsolidierung der Geschäftszahlen im Quartal einen Gesamtumsatz von 116 (bisherige Prognose: 124 bis 128) Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum setzte die Software AG noch 128 Millionen Euro um.

Der Umsatzrückgang von zehn Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2001 sei im wesentlichen auf geringere Lizenzeinnahmen zurückzuführen. Der Lizenzumsatz im ersten Quartal werde voraussichtlich zwischen 24 und 25 (42,6) Millionen Euro betragen. Der Umsatzbeitrag aus dem Wartungsgeschäft werde über der Vergleichszahl des Vorjahres liegen und sich auf etwa 51 (41,9) Millionen Euro belaufen. Der Bereich Professional Services liege erwartungsgemäß bei etwa 40 (43,9) Millionen Euro.

Das Unternehmen habe bereits Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung ergriffen, hieß es weiter. Die Analysten von M.M. Warburg haben Software AG auf Grund der "extrem hohen Unsicherheit" auf "Halten" von "Kaufen" heruntergestuft. Die Zahlen zum ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hätten nochmals unter den Erwartungen gelegen und spiegelten das schwierige Umfeld der Branche wider. Auch die Ergebnisschätzungen würden vorausssichtlich nochmals reduziert, sagten die Analysten.

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