Software AG stürzt nach revidierter Prognose weiter ab
Dax löst sich spät aus Seitwärtstrend

Lange Zeit haben sich die Investoren zurückgehalten. Wer den Kursanstieg der vergangenen Woche verpasst hatte, wartete zunächst auf eine günstigere Einstiegsgelegenheit. Nach Eröffnung der US-Börsen tendierte der Deutsche Aktienindex jedoch nach oben.

HB FRANKFURT/M. Am Frankfurter Börsenparkett war zunächst viel von "fehlenden Anschlusskäufen" die Rede. Soll heißen: Viele Investoren zögerten zunächst, die Kurse weiter nach oben zu treiben. Andererseits steigt auch kaum jemand aus dem Markt aus. In der Folge pendelte der Deutsche Aktienindex (Dax) lange Zeit im Niemandsland.

Doch das änderte sich am späten Nachmittag. Als die US-Börsen höher kletterten, folgte der Dax ihnen auf dem Fuß. Er beendete den Handelstag schließlich mit einem Plus von 1,08 % bei 5 285 Punkten. "Fundamental und technisch gesehen sollte es eigentlich aufwärts gehen", sagte Aktienhändler Alfred Kaiser vom Maklerhaus Fritz Nols. Bis zum Nachmittag seien allerdings die Händler und kurzfristig orientierte "Trader" in Frankfurt weitgehend unter sich geblieben. "Viele Investoren haben den Anstieg der vergangenen Woche verpasst. Sie haben zuerst abgewartet, ob die Kurse noch mal runter gehen, um günstiger einzusteigen", sagte Kaiser.

Als dann jedoch die US-Märkte anzeigten, dass zurückhaltende Anleger wohl so bald keine zweite Einstiegschance bekommen, kauften auch die Zögerlichen sich in den steigenden Markt ein. Das gab den Kursen neuen Treibstoff.

Tagessieger unter den Dax-Titeln waren Fresenius Medical Care . Das Plus betrug rund 5 %. Der Medizintechnik-Anbieter hatte am Vortag mit seiner Jahresbilanz die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Da die Aktie zu den kleineren Dax-Titeln gehört, verteilen Fondsmanager ihre Kauforders zuweilen über mehrere Tage. So versuchen sie, allzu große Kursbeeinflussungen zu vermeiden. Ein Frankfurter Händler einer Großbank vermutete denn auch weitere Käufe nach den guten Zahlen als Grund für den Anstieg. Auch die Vorzugsaktie des MDax-Wertes Fresenius , des Mehrheitseigners von Fresenius Medical Care, verbuchte mit fast 6 % kräftige Zuwächse.

Kursgewinne verbuchten auch die Hypo-Vereinsbank und die Commerzbank . Auf der Verliererseite standen dagegen BMW und Thyssen-Krupp . Letztere litten unter den angedrohten Stahlzöllen der US-Regierung für Nicht-US-Anbieter.

Software AG waren mit einem Minus von zeitweise fast 10 % erneut zu den Verlierern im MDax. Der Finanzvorstand war am Wochenende zurückgetreten. Zudem hat das Unternehmen seine Ertragsprognose überraschend gesenkt. Außerdem ermittelt das Bundesaufsichtsamt, ob vor der Meldung Insiderhandel stattfand.

Vorstandschef Erwin Königs betonte aber, dass das Amt nur eine Routine-Untersuchung durchführe. Vor der Veröffentlichung der Adhoc-Mitteilung hätten nur der Vorstand, der Leiter Finanzen sowie der Leiter der Investor Relations von der bevorstehenden Umsatzwarnung gewusst. Zudem sei der Kurs vor der Mitteilung lediglich um 4 % gefallen. "Da sich die Software-Aktie leider Gottes zu einem sehr volatilen Papier entwickelt hat, gab es an manchen Tagen viel größere Kursschwankungen", sagte König. Auch der Umsatz habe mit rund 10 000 Stück nicht allzu weit über dem Jahresdurchschnitt von 7 000 Papieren am Tag gelegen.

Vor dem Kurssturz vom Dienstag hatte die Software AG König zufolge einen hohen Anteil ausländischer Investoren: "Fonds aus dem angelsächsischen Raum hielten mehr als 50 % unserer Anteile", sagte er. US-Fonds gelten als besonders gnadenlose Verkäufer, wenn sie das Vertrauen in ein Unternehmen verloren haben.

Der MDax der mittleren Börsenwerte gewann gestern 0,7 %. Unter den Regionalbörsen zeigte sich Stuttgart etwas fester, München freundlich und Hannover gut behauptet. Kaum verändert lautete die Tendenz in Düsseldorf, während Berlin sich knapp behauptet und Hannover etwas leichter präsentierte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%