Software-Allianz mit Oracle
Sun greift mit Billig-Servern Dell und HP an

Sun Microsystems will mit neuen Niedrigpreis-Computern Wettbewerbern wie Dell und Hewlett-Packard (HP) entgegen treten. Sun-Chef Scott McNealy stellte am Montag (Ortszeit) in San Francisco zwei neue Server vor, die auf der Architektur des Chipherstellers Intel beruhen.

ruk/dpa MÜNCHEN. Hardwaretechnisch basieren sie auf der Architektur des Chipherstellers Intel und sind damit direkt gegen Modelle von Dell und Hewlett-Packard (HP) positioniert.

Sun hatte zuletzt mit seinen Unix-Servern im oberen Leistungs- und Preisbereich Marktanteile an die Konkurrenten Dell und HP verloren, die beide eine breites Server-Sortiment nach Industriestandard (Intel/Microsoft) anbieten. Diese Modelle verkaufen sich derzeit im Vergleich zu teuren Unix-Rechnern leichter, da sich viele Kunden angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage für preiswertere Lösungen auf der Basis von Intel-Servern und dem freien Betriebssystem Linux oder einer Microsoft-Lösung entscheiden.

Die Investitionskosten für größere Sun-Server mit dem eigenen UltraSparc-Prozessor Chip und dem Unix-Betriebssystem Solaris von Sun beginnen bei etwa 10 000 $, die Hochleistungsmodelle können sogar mehr als eine Million Dollar kosten. Die in San Francisco vorgestellten neuen Modelle (Sun Fire V60x und V65x) dagegen sind zu einem Preis zu haben, den vor einigen Jahren ein PC kostete. In den USA werden die neuen Einsteiger-Server schon für 2 450 $ angeboten.

"Jeder schaut in diesen Tagen nach Wegen, um mit geringen Kosten eine Computer-Infrastruktur aufzubauen", sagte McNealy. "Wir haben das verstanden. Die Botschaft ist bei uns angekommen." Nach Angaben von Sun-Chef McNeally liegen sie damit unter den Preisen günstiger Dell-Server. Ein Sprecher von Dell konterte diese Angabe mit der Bemerkung, sein Unternehmen habe noch viel Raum für Preissenkungen, wenn dies notwendig sei.

Unterstützung für seine Pläne erhielt Scott McNealy in San Francisco von Oracle-Chef Larry Ellison. Der will künftig mit seiner Datenbank- und Business-Software alle Sun-Modelle - egal ob Unix oder Linux, Intel - oder Sun-Chips - bedienen. Nach der Vision von Ellison werden mit so genannten Clustern (Bündel) verwobene kleinere Server künftig Großrechner ablösen.

Im Rahmen der Veranstaltung trat Scott McNealy auch Gerüchten entgegen, Sun könnte bald von IBM oder Cisco gekauft werden. Nach einem Bericht der New York Times waren die seit etwa zwei Wochen an der Wall Street kursierenden Übernahmegerüchte noch einmal kräftig dadurch angeheizt worden, dass der ehemalige Sun-Präsident Ed Zander vergangene Woche zur Investment-Firma Silver Lake Partners wechselte, die vor drei Jahren den Festplatten-Hersteller Seagate übernommen hatte.

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