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Software erleichtert die Diagnose von Hautkrebs

Bildverarbeitungssystem entdeckt bösartige Hautveränderungen

DÜSSELDORF. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert haben eine Software zur Bildauswertung entwickelt, die dem Hautarzt hilft, bösartige Hautveränderungen schnell und zuverlässig zu erkennen. Der Dermatologe macht per Digital- oder Videokamera Aufnahmen von der Haut des Patienten. Beim nächsten Arztbesuch werden erneut Bilder angefertigt und mit alten Fotografien verglichen.

Die Auswertung übernimmt die ausgeklügelte Bildauswertungs-Software. Sie erkennt, ob neue Muttermale hinzugekommen sind oder ob sich Leberflecke krankhaft verändert haben. Durch Überblendungen der aktuellen und der letzten Aufnahme kann der Mediziner die Entstehung neuer Male sofort am Monitor feststellen. Markante Hautveränderungen werden auf seinen Wunsch entweder farbig, blinkend oder mit einem Leuchtring markiert angezeigt. So kann der Mediziner schnell und zuverlässig bösartige Hauttumore erkennen.

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 100 000 Menschen neu an Hautkrebs. Im Vergleich zu anderen Krebsarten kann der Hautkrebs früh erkannt werden. Denn er entwickelt sich äußerlich sichtbar. Je früher der Tumor diagnostiziert und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Bei der Entwicklung der Software mussten die Fraunhofer-Forscher vor allem zwei Probleme berücksichtigen. In der Zeit zwischen den Aufnahmen verändert sich die Haut des Patienten. Außerdem ist es kaum möglich, den Betroffenen in exakt derselben Position und bei gleichen Lichtverhältnissen zu fotografieren. "Daher muss das Programm die bei unterschiedlichen Aufnahmebedingungen gewonnenen Bilder automatisch korrigieren, bevor sie miteinander verglichen werden", erläutert Dr. Frank Volke, Leiter der Arbeitsgruppe Magnetische Resonanz am IBMT die Herausforderung für die Forscher.

Diese haben das Problem mit Hilfe eines komplexen mathematischen Algorithmus gelöst, der von dem Fraunhofer-Forscher Stefan Schreiner entwickelt wurde.Die Bildauswertungs-Software ist bereits auf dem Markt erhältlich. Sie wird unter dem Namen Body-Scan von dem Unternehmen Teach Screen Software GmbH vermarktet. Das System sei schon in verschiedene europäische Länder, die USA und Brasilien verkauft, so die Firma.

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