Software für den Finanzmarkt
Brainpower-Aktien zwischen 10 und 13 Euro angeboten

Die Aktien der an den Neuen Markt strebenden Bainpower N.V. aus Amsterdam werden in einer Bookbuildingsspanne von 10 bis 13 Euro angeboten.

Reuters/vwd FRANKFURT. Die Aktien der an den Neuen Markt strebenden Bainpower N.V. aus Amsterdam werden in einer Bookbuildingsspanne von zehn bis 13 Euro angeboten. Wie das Unternehmen am Montag in einer Finanzanzeige weiter mitteilte, können die Aktien zwischen dem 11. und 19. September gezeichnet werden. Die Erstnotierung am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse sei für den 21. September vorgesehen. Ausgegeben werden den Angaben zufolge 2,809 Mill. Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 0,29 Mill. Stücke aus dem Eigentum eines abgebenden Aktionärs. Darüberhinaus steht eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von 465 000 Anteilsscheinen zur Verfügung, von der 294 750 Papiere aus einer Kapitalerhöhung und 170 250 Aktien aus Altaktionärsbesitz stammen. Konsortialführer der Emission sei Robertson Stephens, hieß es. Außerdem wird die Emission von der Commerzbank AG betreut. Der Emissionpreis soll den Angaben zufolge voraussichtlich am 19. September bestimmt werden.

Brainpower N.V. entwickelt und vertreibt Analyse-Software für Anlageentscheidungen. Die Produkte richten sich vor allem an Online-Broker, Finanzberater und Vermögensverwalter sowie an Marketingexperten für Finanzprodukte. Direktbanken können beispielsweise mit der Brainpower-Lösung ihren Kunden via Internet benutzerfreundliche Analyse-Tools zur Verfügung stellen. Die Programme und Datenbanken sind auf der "Brainpower-Plattform" vereinigt. Diese beinhaltet Funktionen für Hochleistungsdatenverwaltung, Modellbildung und Programmierung, verschiedene Analysen, dezentralisierte Datenverarbeitung und standardisierte Kommunikationsprotokolle.

Kalkulierbare Umsätze durch jährliche Zahlweise

Die Zahl der Brainpower-Firmenkunden hat sich in den vergangenen 18 Monaten auf über 100 verfünffacht. Das Unternehmen verweist darauf, in den vergangenen drei Jahren hätten lediglich 3 % der Kunden ihre Geschäftsbeziehungen zu Brainpower beendet. Dies ist jedoch nicht weiter verwunderlich, da die Verträge üblicherweise eine Laufzeit von drei Jahren haben. Allerdings verhelfe die jährliche Zahlweise fester Beträge dem Finanzsoftwareanbieter zu regelmäßigen und damit kalkulierbaren Umsätzen. Per 30. Juni beschäftigte das Unternehmen 47 Mitarbeiter in sechs Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweiz, Spanien).



Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr 2000 um 98 % auf 1,416 (0,715) Mill. Euro. Davon entfielen rund zwölf Prozent auf das Geschäft mit Internetprodukten. Dieser Umsatzanteil wird sich nach Einschätzung des Vorstands künftig wesentlich steigern. Das EBIT belief sich auf minus 1,420 (minus 0,990) Mill. Euro und der Nettogewinn auf 1,418 (0,996) Mill. Euro. Betriebliche Aufwendungen summierten sich auf 2,170 (1,365) Mill. Euro, ein Anstieg von 66 %. Die Abschreibungen erhöhten sich um 39 % auf 0,288 (0,207) Mill. Euro. Die Zahlen hätten "die Zuversicht des Unternehmens in seiner Absicht gestärkt, baldmöglichst die Gewinnschwelle zu erreichen", heißt es betont vorsichtig.



Wie der Vorstandsvorsitzende Rocco Pellegrinelli im Gespräch mit vwd sagte, erwartet er in den kommenden Jahren eine Fortsetzung des starken Umsatzwachstums von derzeit rund 100 %. Der Break-even werde "in absehbarer Zeit" erreicht, so Pellegrinelli. Zur Strategie hieß es, Brainpower werde die Auslandspräsenz deutlich ausbauen. Ziel für die nächsten drei Jahre seien Geschäftsaktivitäten in weltweit rund 18 Ländern. Die Erlöse aus dem Börsengang sollen zu fast 100 % in organisches Wachstum investiert werden.



Bei möglichen Akquisitionen will Brainpower "äußerst selektiv" vorgehen. Wenn überhaupt, werde man Unternehmen erwerben, die starke Marketing- und Sales-Abteilungen besitzen. Zukäufe von Technologie-Unternehmen seien nicht geplant, da Brainpower hier bereits hervorragend positioniert sei, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Derzeit besitzt Pellegrinelli 59 % der Anteile, während 25 % in Händen des restlichen Managements und 16 Prozent bei zwei Fondsgesellschaften (Rothschild, GAN) liegen. Nach dem IPO werden Pellegrinelli rund 45 % und das Management unter 20 % halten. Rund 20 % sollen in Streubesitz übergehen.

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