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Software für Investmentclubs

"Klare Rechnung - gute Freunde" lautet ein altes Tiroler Sprichwort. Zwar hat der Volksmund damals keinen Investmentclub im Sinn gehabt - doch ist dieser Satz wie kein zweiter dafür prädestiniert.

Im Regelfall zahlt nicht der Club Steuern. Die gesamten Einkünfte der Gemeinschaft wie zum Beispiel Dividendenzahlungen, Zinserträge und Spekulationsgewinne müssen den einzelnen Mitgliedern zugeordnet werden, die diese dann gegenüber dem Finanzamt angeben. Im Idealfall reicht für alle Gesellschafter eine Jahresabrechnung. Aber nur dann, wenn innerhalb der vergangenen zwölf Monate der prozentuale Vermögensanteil aller Gesellschafter gleich geblieben ist -- also kein Mitglied in dieser Zeit hinzugekommen oder ausgestiegen ist. Ansonsten muss monatlich abgerechnet werden.

"Bei einer Gesellschaftergröße von etwa zehn Personen und weniger als 20 Titeln im Depot kann diese Abrechnung problemlos handschriftlich gemacht werden", meint Andreas Grünewald, Vorstand der Finanzinformations Vermögensverwaltung (FIVV AG) und Mitbegründer des Münchner Wertpapier Clubs; der Club zählt zu den größten bundesweit. Gemeinschaften mit mehr Gesellschaftern oder mehr Titeln im Depot sollten Computer mit Tabellenkalkulationsprogrammen zu Hilfe nehmen - was sehr stark von den individuellen Vorkenntnissen abhängt. Spezielle Software erleichtert alle Arbeiten wiederum erheblich.

Da sowohl das gemeinsame Depot als auch die Mitglieder einzeln "gemanagt" werden müssen, gibt es eigentlich zwei unterschiedliche Programme für diese unterschiedlichen Arbeiten. Eine reine Verwaltungssoftware mit Namen "BLS-Club" hat die Münchner Wertpapier Club AG entwickelt, mit über 280 verkauften Versionen nach Angaben der Entwickler die größte dieser Art. Mit der "Miniversion" für 299 DM können bis zu 40 Mitglieder, bei der Profiversion (998 DM) bis zu 250 Mitglieder eines Clubs "verwaltet" werden. Im Herbst soll eine komplett überarbeitete Software auf den Markt kommen. Ihr Depot können kleinere Clubs bei Online-Anbietern führen, größere sollten dafür Börsensoftware wie Market Maker oder Tan Pai kaufen, lautet der Ratschlag des Münchner Wertpapier Clubs.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz empfiehlt den Anlegergemeinschaften den Kauf des Market-Maker-Programmes, das der Dachverband der rund 6 500 deutschen Investmentclubs in Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen Unternehmen entwickelt hat. Die Börsensoftware, nach Angaben des Herstellers das führende Produkt bei Vermögensverwaltern, hat ein zusätzliches Investmentclubmodul, mit dem sowohl das Depot als auch alle Mitglieder verwaltet werden können. Die Software kostet 498 DM, für DSW-Mitglieder 398 DM - hinzu kommen weitere Kosten für die aktuellen Kursdaten.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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