„Software on demand“
Einkaufs-Software aus der Steckdose

Carsten Kappler hat den Nerv der Zeit getroffen: Er gründete einen der ersten Anbieter von Software, die wie Strom aus der Steckdose kommt. Heute gehört sein Unternehmen zu den den führenden deutschen Anbieter für On-Demand-Software.

KÖLN. "Der größte Moment für mich war, als die Venture-Capital-Gesellschaft bei uns eingestiegen ist und uns Geldbeträge überwiesen hat, die man als Normalsterblicher nicht gewöhnt ist", erzählt Carsten Kappler, Gründer und Geschäftsführer der Stuttgarter Onventis GmbH. Das hat sich offensichtlich ausgezahlt: Denn heute gehört die Firma zu den führenden deutschen Anbietern von Beschaffungs- und SRM-Software "on demand".

Auf einem Businessplanwettbewerb waren die Investoren auf die Geschwister Kapple, damals noch Studenten, aufmerksam geworden: "Gemeinsam mit meinem Bruder hab ich damals Softwarekomponenten für Internet-Communities entwickelt", erzählt der Unternehmer. Als dann plötzlich mehr Geld für die Firma verfügbar war, konnte Carsten Kappler auch eine weitere Idee verwirklichen: Von Software, die wie Strom aus der Steckdose kommt.

Schon lange vor dem BWL-Studium an der Fachhochschule Pforzheim hatte er daran gedacht: "Ich habe nach dem Abitur in der elterlichen Möbelfabrik fünf Jahre lang Software für computergestütztes Design entwickelt", erzählt der gebürtige Schwarzwälder. Damit konnten die Möbelbauer dreidimensionale Entwürfe zeichnen und CNC-Maschinen steuern. Bald bot Kappler die Software auch anderen Firmen an und fungierte als Berater und Administrator: "Das Nervige an der Arbeit war, dass ich neue Programmversionen jedes Mal vor Ort installieren musste", sagt er. "Der Wartungsaufwand war also enorm."

Der Softwarespezialist dachte nach - und fand die Lösung: Alle Programme müssten auf einem zentralen Server laufen. Würden sie dort aktualisiert, hätten sämtliche Rechner am Netz sofort die neueste Version. "Heute wundert sich niemand mehr über den Ansatz, der Fachausdruck dafür ist ?Software on demand'. Damals war das Zukunftsmusik", erinnert sich Kappler. Und so fehlten lange Zeit die finanziellen Mittel zur Realisierung der Geschäftsidee. Erst als die Risikokapital-Geber sich anboten, war die Zeit gekommen. Im Jahr 2000 startete Onventis.

Kapplers Unternehmen spezialisierte sich von Beginn an auf Beschaffungsmanagement und war eines der ersten Softwarehäuser, das Einkaufssoftware on demand anbot. In den ersten Firmenjahren musste Kappler sich die Aufträge hart erkämpfen: "Niemand wusste, was das eigentlich bedeutet. Wir mussten den Markt regelrecht missionieren." Erschwerend kam hinzu, dass Onventis als junges Unternehmen kaum Referenzen anbieten konnte: "Unsere ersten Kunden waren genauso innovativ und visionär wie wir selbst. Sie haben sich an ein völlig neues Thema rangewagt, und das auch noch mit einem Startup", sagt der Gründer. Zu den Mutigen gehörten Großeinkäufer wie die Deichmann Gruppe und die Schott Glas AG.

Heute betreuen 30 Onventis-Mitarbeiter von Stuttgart aus eine lange Liste renommierter Firmen und erstellen Programme beim Einkaufsmanagement: "Ähnlich wie CRM-Software die Vertriebsprozesse verbessert, optimiert SRM-Software die Beschaffung", erklärt Carsten Kappler das Konzept. Verkauft werden die Programme aber nicht. Stattdessen bleiben sie auf Servern des Onventis-Rechenzentrums installiert und stehen den Kunden online zur Verfügung - wann und wo immer er sie braucht. "Der Kunde braucht nur noch einen Webbrowser. Damit kann er die gesamte Anwendung bedienen", sagt Kappler.

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