Software: Prozesse und Komponenten sind verbunden
IT-Ressourcen stehen nach Bedarf bereit

In Unternehmen sind Server oder Speicher oft nicht ausgelastet. Eine neuartige System-Management-Technik soll hier Abhilfe schaffen.

Beim "On-demand Computing" will Computer Associates (CA) ein gewichtiges Wort mitreden, nachdem Hersteller wie IBM und Hewlett-Packard eine Vorreiterrolle eingenommen haben. Auf seiner Hausmesse CA World vorige Woche in Las Vegas stellte der Softwareriese daher unter dem Code-Namen "Sonar" ein Konzept und eine Reihe von Produkten vor, die die bedarfsgerechte Nutzung der informationstechnischen Infrastrukturen in einem Unternehmen von der Managementseite her unterstützen.

"On-demand Computing ist eindeutig eine Management-Aufgabe. Dies hat nichts zu tun mit Hardware, Betriebssystemen oder Business-Anwendungen. Es geht allein darum, alle diese Komponenten effizient zusammen arbeiten zu lassen", sagte Sanjay Kumar, Chairman und CEO von Computer Associates. Die On-Demand-Idee habe auch nichts mit Outsourcing oder der Neuanschaffung von Hardware zu tun.

Aus Kumars Sicht stellt sich bei fast allen Nutzern immer wieder das gleiche Problem. Die einzelnen Abteilungen für Forschung, Produktion, Vertrieb oder Personal betreiben eigene Server, deren Kapazitäten zwar für die Spitzenlast ausgelegt sind, die aber im Laufe eines Monats nur zu einem geringfügigen Teil ausgelastet sind. Nach Schätzungen bei CA sollen heute Server durchschnittlich nur zu etwa 10 % bis 25 % ausgelastet sein, Speicher würden nur zu etwa 25 % bis 35 % genutzt.

Mit den noch zu entwickelnden Produkten soll es möglich werden, die in einem Netzwerk vorhandenen technischen Kapazitäten, also Server oder Speicher, solchen Geschäftsprozessen zur Verfügung zu stellen, bei denen sie gerade benötigt werden. "Diese Zuordnung muss zuverlässig, effizient und sicher sein. Dies kann nur automatisch geschehen. Eine manuelle Methode ist unmöglich", sagte Kumar.

Mit der neuen Technologie würden alle in einem Unternehmen oder in einer Organisation vorhandenen IT-Ressourcen erkannt, katalogisiert und somit einer effizienteren Auslastung zugeführt, erklärte Yogesh Gupta, Chief Technology Officer bei CA. Es sei auch möglich für jeden Business-Prozess zu ermitteln, wie viel IT-Ressourcen benötigt werden. Noch steht nicht fest, aus welchen Teilen die Sonar-Technology bestehen wird und in welche Produkte sie eingebaut werden soll. Aber es ist bei CA bereits festgelegt, dass keine Software-Agenten zum Einsatz kommen sollen, wie es sonst bei Werkzeugen für das System-Management üblich ist.

Stattdessen wird bei der Sonar-Technology, deren endgültiger Name noch nicht feststeht, mit einer speziellen Analyse-Methode der gesamte Datenverkehr im Netzwerk überwacht und analysiert. Dabei könne die Technology über 1700 Protokolle und Informationsquellen verstehen. Sie sei sogar in der Lage überflüssigen Netzverkehr zu erkennen.

Alle Produkte unter dem jetzigen Code-Namen Sonar würden entweder von CA selbst oder von Partnerunternehmen entwickelt, sagte Kumar. Sie würden dann ähnliche Produkte von Hewlett-Packard ergänzen oder auch mit ihnen im Wettbewerb stehen. Es stehe auch fest, dass es Sonar-Produkte quer über alle sechs CA-Marken hinweg geben werde und diese Produkte auch von den Channel-Partnern vertrieben würden. Hingegen müsse man sich über die Lizenzierung der Software-Pakete im Einzelnen noch Gedanken machen.

Nachdem erste Produkte bereits im April angekündigt wurden, stellte CA jetzt weitere vier On-Demand-Lösungen vor, die sich entweder noch in der Beta-Test-Phase befinden oder schon für den Markt frei gegeben sind.

Quelle: VDI nachrichten Nr. 30 vom 25.07.2003 Seite 16

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