Software-Sektor dominiert
Wall Street: Noch keine Richtung am „Hexensabbat“

Die Wall Street steht vor einem spannenden Handelstag: Nach einer wenig bewegten Woche mit zuletzt schwachem Handelsvolumen ist am Freitag "dreifacher Hexensabbat", und mit starkem Handel und hoher Volatilität zu rechnen. Die Futures notieren am Morgen uneinheitlich, Dow Jones und der marktbreite S&P 500 handeln vorbörslich im Plus, die Tech-Werte an der Nasdaq stehen erneut unter Druck.

Wohin die Wall Street zum Wochenschluss geht, hängt von einigen Wirtschaftsdaten ab, die am Morgen veröffentlicht werden. Die Produzentenpreise sind im Februar um 0,2 %, und damit im Rahmen der Erwartungen, gestiegen. Energie und Lebensmittel herausgerechnet notiert die Kernrate unverändert. Vor Börsenstart werden noch Informationen zur Auslastung in der US-Industrie vorgelegt, wenige Minuten nach der Eröffnungsglocke legt die Universität Michigan ihre Prognose zum Verbrauchervertrauen im März vor.

Den Handel dominiert am Freitag der Software-Sektor. Oracle hat am Vorabend Zahlen in Höhe der Erwartungen gemeldet - allerdings nur zwei Wochen nachdem man diese noch gesenkt hatte. Der Umsatz ist erneut um 13 % gefallen, und mit einem Anteilsplus von 9 Cent statt der ursprünglich angepeilten 10 Cent sind Anleger nicht zufrieden, zumal Oracle auch für das laufende Quartal die Vorgaben nach unten revidiert hat. In vier von fünf Quartalen hat Oracle die jeweiligen Prognosen nicht eingehalten, was man erneut der schwachen Konjunktur und dem schlechten Umfeld im Sektor anlastet, obwohl Konkurrenten wie Peoplesoft im Firmensoftware-Bereich und Microsoft und IBM im Bereich Datenbanken wieder Wachstum zeigen. "80 % der Probleme bei Oracle sind hausgemacht", sagt Robert Austrian von der Banc of America. Aktien von Oracle verlieren vorbörslich 4,4 %.

Ein anderer Software-Herstellerlegt um 3,4 % zu - Adobe Systems. Das Unternehmen hat die Erwartungen des Marktes geschlagen und die Prognosen für das laufende Quartal bestätigt. Man erwartet erneut Gewinnwachstum, unter anderem dank eines lange erwarteten Updates für das Bildbearbeitungsprogramm PhotoShop, dass in den nächsten Wochen ausgeliefert werden soll.

Weiter unter Beschuss steht der Netzwerk-Sektor. Die Analysten bei JP Morgan haben die Erwartungen für Extreme, Foundry und Entrada Networks gesenkt, während die UBS Warburg die Aussichten für Juniper Networks heruntersetzt. Die Aktien notieren vor der Glocke schwach, Juniper verliert bereits 6 %.

Den Dow dürfte zum Wochenschluss die Aktie von IBM belasten. Im Wall Street Journal heißt es, "Big Blue" dass die Pensionseinnahmen erstmals seit 1996 wieder sinken werde, und damit die Rendite. Auch die angepeilte Steigerung der Jahresgewinne im unteren 10-Prozent-Bereich dürfte dadurch erschwert werden. Obwohl die Geschichte nicht ganz neu ist, verliert die Aktie zunächst.

Auch Dow-Schwergewicht General Electric macht Schlagzeilen. Der Multi will aufgrund zuletzt eingefahrener Verluste und anhaltender Unsicherheit in der Branche die Rückversicherungssparte auszugliedern. Im Fall eines Börsengangs der Sparte könnte die Versicherung, die zu GE Capital gehört, mit rund 8 bis 10 Mrd. US-$ bewertet werden. GE würde damit dem Beispiel der Citigroup folgen. Der Finanzkonzern wird möglicherweise schon nächste Woche das Rückversicherungsgeschäft an die Börse bringen. Die Aktie von GE legt am Morgen leicht zu.

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