Software soll mit populärem AIM kompatibel sein
AOL und Sun entwickeln Instant Messenger

Der heiss umkämpfte IM-Markt (Instant Messenger) bekommt einen neuen Konkurrenten. Der US-Medienkonzern AOL Time Warner Inc.kündigt in Kooperation mit Sun Microsystems einen neuen Instant Messenger an. Er geht als direkter Konkurrent von IBM's Lotus Sametime und Microsofts Exchange an den Start und soll spätestens um September auf den Markt kommen.

DÜSSELDORF. Der Krieg um den Markt für Instant Messaging (IM) verschärft sich weiter. Der US-Medienkonzern AOL Time Warner Inc., Marktführer bei der privaten Echtzeit-Kommunikation, und der Computerkonzern Sun Microsystems Inc. entwickeln bei der gemeinsamen Tochter iPlanet ein entsprechendes Programm für Unternehmen. "Hoffentlich im August, spätestens aber im September" soll der iPlanet Instant Messenger 3.0 als fertiges Produkt auf den Markt kommen, sagt Frank Issing, Marketing-Manager bei iPlanet Deutschland. Bisher existiert die auf Suns Programmiersprache Java basierende Software in einer Beta-Testversion. Die vorhandenen Technologien, mit denen iPlanet konkurriert, sind die Lotus-Software Sametime des US-Technologiekonzerns IBM Corp. und das Programm Exchange des Softwareherstellers Microsoft Corp., aber auch die inzwischen zahlreichen kostenlosen privaten Angebote, die auf Firmenrechnern laufen. Zudem entwickeln eine Reihe kleinerer Firmen - darunter Jabber, Mercury Prime, Quicksilver und ACD Systems - IM-Programme für Unternehmen.

Instant Messaging gilt bei Marktforschern als die künftige Anwendung für das Internet, die den Massenmarkt begeistert - sie werde die elektronische Post ablösen, heißt es gar. Die Marktforscher von IDC sagen dem Service bis zum Jahr 2004 eine jährliche Zuwachsrate bei Geschäftskunden von 140 % voraus. Derzeit nutzten etwa 5,5 Millionen Menschen IM beruflich. Nach Angaben der Ricardi Group wird sich die Gesamtzahl der Nutzer weltweit im gleichen Zeitraum auf 1,4 Milliarden Menschen verzehnfachen.

Hauptkontrahenten bei den kostenlosen IM-Programmen sind AOL und Microsoft. Die beiden Angebote von AOL, die Instant Messenger ICQ und AIM, sind mit dem MSN Instant Messenger nicht kompatibel. Verhandlungen zwischen den beiden Konzernen über eine Integration des AIM in das neue Microsoft-Betriebssystem Windows XP, das am 25. Oktober auf den Markt kommen soll, sind gescheitert. Der in Windows XP enthaltene IM von Microsoft wende sich sowohl an private als auch Firmenkunden, sagt Tom Laemmel, Produktmanager für das Betriebssystem.

In den USA boomt IM schon seit einiger Zeit. Allein Microsofts MSN Instant Messenger hat nach Angaben des Konzerns 31 Millionen registrierte Nutzer. Auch in Deutschland erfreut sich der Dienst wachsender Beliebtheit. Nach Angaben der Marktforscher von Net Value kommunizierten im März dieses Jahres fast 2,4 Millionen Deutsche per IM - im Dezember 2000 waren es noch 600 000 weniger gewesen.

Unternehmen haben an die IM-Programme zusätzliche Anforderungen. So müsse das System vor allem robust sein, sagt iPlanet-Manager Issing. Ein längerer Ausfall wie kürzlich beim Microsoft Instant Messenger kann sich für eine Firma verheerend auswirken. Außerdem müsse neben der reinen Plauder-Funktion auch die Integration bestehender Kommunikationssysteme wie Email und Kalender möglich sein. Experten warnen zudem vor Mängeln bei der Sicherheit. Die Marktforscher von Gartner nannten die Nutzung freier IM-Dienste durch Firmen wegen fehlender Verschlüsselung und Virusanfälligkeit gar das "Spielen mit einer geladenen Pistole".

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