Software soll Standard werden – Baldige Lösung für Brokat-Anleihe
E-One Global hat große Pläne mit Brokats mobilen Zahlungssystemen

E-One Global LP hat große Pläne mit der jetzt von der Brokat AG übernommen Sparte mobile Zahlungssysteme. Die US-Firma will diese Sparte als eigenständige Firma weiterführen.

brb HB STUTTGART. "Die Software des Stuttgarter Unternehmens soll weltweit Standard werden", kündigte John Duncan, geschäftsführender Direktor von E-Global One, an. In zwei bis drei Jahren soll die neue Tochter, derzeit noch ohne Namen, in die Gewinnzone kommen. Der Neuerwerb werde operativ sehr eng eingebunden.

Brokat, ehemaliges Vorzeigeunternehmen des Neuen Marktes und jetzt von der Insolvenz bedroht, hat sich in den vergangenen Wochen durch Teilverkäufe Luft verschafft. Der Verkauf des technologisch attraktivsten Produkts "Mobile Zahlungssysteme" an E-Global One bringt 42 Mill. Euro. Die Amerikaner stellen Brokat zusätzlich einen Kredit von 15 Mill. Euro bis zur Übernahme am 1. November 2001 zur Verfügung.

E-One Global will kräftig in den Ausbau der neuen Tochter investieren. In den nächsten Wochen soll der Geschäftsplan 2002 stehen. Duncan kalkuliert Investitionen von 50 Mill. Euro. Das Brokat-Produkt zur Marktreife zu bringen ist kein leichtes Vorhaben. "Die mobilen Zahlungssysteme waren der größte Verlustbringer bei Brokat", sagt Insolvenzverwalter Dirk Pfeil, der derzeit als Aufsichtsratschef Brokat bei der Sanierung hilft.

Der neue Eigentümer bringt neben Geld vor allem renommierte Kunden und Kenntnisse im Zahlungsverkehr mit. E-One Global ist im Oktober 2000 gegründet worden mit dem Ziel, den großen US-Zahlungsverkehrsspezialisten First Data Corp. (5,7 Mrd. % Umsatz) mit neuen Technologien für Internetzahlungssysteme zu ergänzen. First Data hält 75 % des Kapitals von E-One Global, die Private Equity-Gesellschaft I Group-Formation die restlichen 25 %. E-One Global ist mit 200 Mill. $ Kapital ausgestattet.

E-One Global hatte intensiv nach einem Spezialisten für mobile Zahlungssysteme gesucht. Die Brokat-Sparte mit 400 Beschäftigten ist vor allem wegen der Verträge mit Vodafone und T-Motion interessant, die die Amerikaner jetzt übernehmen. Der Brokat-Ableger soll aber künftig seine Software nicht nur an Telefonkonzerne verkaufen, sondern auch an Handelsfirmen. Denn die neue Tochter soll auch Dienstleistungen im Bereich Abrechnungen anbieten.

Chef der neuen Tochter wird Brokat- Mitgründer Stefan Röver. Er lässt eine auf 170 Mitarbeiter geschrumpfte Brokat zurück. Insolvenzverwalter Pfeil ist zuversichtlich, bis Anfang nächster Woche eine Regelung mit den Investoren der Brokat-Anleihe zu erzielen. "Wir verhandeln über einen Rangrücktritt hinter die anderen Gläubiger", sagt Pfeil. Damit würde die Überschuldung von Brokat abgewendet.

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