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Software-Titel unter Druck

Die Hoffnung lautete: Mit dem Beginn der Quartalssaison ist die Phase der Ertragswarnungen vorbei. Weit gefehlt! Nach den Kursverlusten des Vortages ziehen Gewinnwarnungen den Nasdaq Index auch zur Wochenmitte ins Minus. Die Titel der Software- und Computerbranche geraten erneut unter Druck.

Oracle führt nach den Kursverlusten des Vortages heute die Verliererliste an. Bis zur Mittagsstunde war Oracle die meist gehandelte Aktie am Markt. Waren es gestern die Kommentare von Merrill Lynch, so sind es heute die negativen Bemerkungen von Robertson Stephens, die dem Wert zu schaffen machen. In einem Analystentreffen warnte Oracle-Chef Larry Allis die Experten, das Umsatzwachstum werde im laufenden Quartal unter dem des vergangenen Quartals liegen und erst im kommenden Jahr wieder an Fahrt gewinnen.



Artverwandte Werte wie BEA Systems und i2 Technoligies büßen ebenfalls an Wert ein, nachdem Robertson Stephens Oracle abstufte.



Weiter belasten Gewinnwarnungen von Computer Associates, Knight Securities und Guidant die Stimmung an den US-Aktienmärkten. Computer Associates, der viertgrößte Softwarehersteller der USA, wird im zweiten Quartal voraussichtlich statt des prognostizierten Gewinns von 56 Cents je Aktie einen Ertrag zwischen 50 und 54 Cents pro Papier erwirtschaftet haben. Damit broht Computer Associates zum zweiten Mal in Folge die Erwartungen der Analysten zu enttäuschen. Bereits im vorherigen Quartal erfüllte das Unternehmen die Prognosen wegen Problemen in Europa und eines schwächeren Umsatzwachstums nicht.



Auch Knight Trading, der weltweit größte Händler von Nasdaq Aktien büßt an Kurs ein. Um ganze 58 Prozent soll der Gewinn die Erwartungen im dritten Quartal verfehlen. Verantwortlich für die unerfreuliche Entwicklung soll das schlechte Marktumfeld und das relativ schwache Handelsvolumen der vergangenen Monate sein. Knight Trading wird die Quartalszahlen am 18. Oktober veröffentlichen. Spekulationen, Knight Trading könnte übernommen werden, hatte den Kurs des Market Makers in den vergangenen Wochen ins Plus getrieben.



Kursverluste belasten auch Amazon. Es ist zwar keine Gewinnwarnung, die den Wert ins negative Terrain zieht, sondern auch in diesem Fall sind es die Analysten von Robertson Stephens, die einen Titel Punkte kosten. Der weltgrößte Internet-Händler werde mit dem momentanen Business-Modell auch in Zukunft keine Gewinne erzielen können. Eine Angst, die die Anleger bereits seit Langem begleitet. Doch selbst nach dem vernichtenden Analystenurteil von Lehman Brothers vor einigen Monaten hielt sich die Aktie tapfer. Internet- Kraut vergeht nicht.



Im Vergleich zur Nasdaq schlägt sich der Index der US-Standardwerte zur Wochenmitte wacker. Boeing und Du Pont sind erneut die Gewinner. Die Aktionäre von Boeing freuen sich über einen Großauftrag, den der Flugzeugkonzern an Land gezogen hat. Auftragsvolumen: zwei Milliarden Mark. Auftraggeber: Air France.

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