Software und Technologie auf der Verkaufsliste
Analysten zeichnen negatives Bild für den Dax

Aus charttechnischer Sicht gebe es für den kurzfristigen Verlauf des Dax wenig Anzeichen für Aufwärtspotenzial, meinen Analysten. Ein detaillierter Blick auf Technologie- und Telekommunikationswerte zeige zudem deutliche Verkaufssignale.

vwd FRANKFURT/M. Der Ausblick für den Dax ist zum Beispiel aus Sicht von Analyst Ludwig Gutmann, Bayerische Landesbank, negativ. "Ohne einen Stimmungsumschwung müssen Anleger äußerst vorsichtig sein", sagt er. Zwar "schramme" der Dax des öfteren an der September-Aufwärtstrendlinie entlang, doch sind die Aktien aus seiner Sicht noch viel zu teuer bewertet. "Eine echte Bereinigung blieb bislang noch aus, und daher stehen die Titel auf wackeligen Füßen", meint der Analyst. Es bleibe abzuwarten, "wie lange sich die Bären noch auf der Nase herumtanzen lassen", so Gutmann. Eine horizontale Unterstützung macht er bei etwa 5.200 Punkten aus, danach folge eine Unterstützung beim Tief vom 8. April bei 5.130 Punkten. Widerstände sieht der Münchener Analyst beim März-Hoch von 5.467 und danach bei etwa 5.400 Punkten.

"Leicht negativ" bewertet Analyst Rainer Satoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt die Entwicklung der Blue Chips insgesamt. Der Dax sei unter den Aufwärtstrend von Dezember gefallen und die Indikatoren daher leicht negativ. Eine erste Unterstützung macht er bei 5.128 Punken aus. Danach folge die 200-Tage-Linie mit 5.065 Zählern. Sollte der Index darunter sinken, sei ein Abwärtsrisiko auf 4.730 Stellen mittelfristig denkbar.

Uwe Wagner von der Deutschen Bank beschreibt die Entwicklung als "neutral bis eher pessimnistisch". Die Trading-Range liege bei 5.128 bis 5.467 Punkten. Sollte der Dax nach unten ausbrechen, könnte es Abschläge auf bis 5.000 Punkte - der nächsten stärkeren Unterstützung - geben.

Beim Subindex für Software und Technologie im Dax-100-Index erkennt Thomas Nagel von Seydler "Verkaufssignale mit Potenzial nach unten". Seit Februar bewege sich der Index in einem breiten Abwärtskanal und sei jetzt unter die Unterstützung bei 4.330 Punkten gesunken. "Mein Ausblick ist eher kritisch", sagt er. Die 200-Tage-Linie bei 4.160 Punkten ist nach seiner Darstellung die letzte Rettung. Wenig Positives sieht er zudem beim Subindex für Versorger und Telekommunikation. Auch hier seien Verkaufssignale und ein deutlicher Abwärtstrend erkennbar. Derzeit bewege sich der Subindex in einer Range von 2.080 bis 2.480 Punkten. Sollte er nach unten ausbrechen, sei ein Fall auf das September-Tief bei 1.920 Stellen möglich.

Zur Vorsicht rät auch Roger Vogt, Analyst bei der Deutschen Bank, bei Technologietiteln. So bewege sich Infineon in einer Range zwischen 22,20 und 29 Euro. "Die sind latent gefährdet, die Unterseite ernsthaft zu testen", sagt Vogt. Bei Siemens sei es ähnlich. "Die Unterstützung bei 61,70 muss im Blick behalten werden." Bei Technologie- und Telekommunikationspapieren im Nemax-50 erkennt Gutmann unterdessen bislang keine Bodenbildung. "Die hohe Volatilität wird anhalten", sagt er. Für den Nemax-50 sieht er eine Unterstützung bei 860 Punkten. Sollte der Index darunter sinken, dann sei das September-Tief erneut möglich. Es gebe zwar eine Bereinigung, diese sei allerdings noch nicht beendet. "Es gibt keinen Hoffnungsschimmer, dass alles ausgestanden ist", kommentiert er.

Auch Analyst Satoris hegt wenig Hoffnung: "Charttechnisch sieht es schlecht aus", sagt er. Eine Unterstützung des Nemax-50 macht er bei 861 Stellen aus.

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